Polizisten wurden attackiert. - © Symbolbild: dpa
Polizisten wurden attackiert. | © Symbolbild: dpa

Bochum/Bielefeld Krawalle in Bochum: Arminia-Hooligans attackieren offenbar Polizisten

Mehrfach werden Beamte nach der Zweitliga-Partie beim VfL körperlich angegangen / Ermittlungen wegen Körperverletzung, Beleidigung, Hausfriedensbruch / DSC-Zeugen verärgert wegen einseitiger Polizei-Darstellung

Dennis Rother

Bielefeld. Erneut haben laut Polizeibericht Arminia-Hooligans schwer randaliert. Nach dem Zweitliga-Auswärtsspiel in Bochum am Sonntag hätten „Risikofans" Beamte attackiert. Es sei zu körperlichen Übergriffen gekommen, zudem seien Flaschen, Dosen und weitere Gegenstände geworfen worden. Mehrere Arminia-Fans, die Zeugen der Ereignisse wurden, berichten indes auch von Übergriffen auf die Fans. Sie seien von Bochumer Hooligans angegriffen und von Beamten schikaniert worden. Von Arminia gab es bislang keine Stellungnahme zu den Vorfällen. Der DSC arbeite die Vorfälle derzeit noch auf, sagte Vereinssprecher Tim Placke. Das Fanprojekt wolle sich auch noch ausführlich äußern, so Mitarbeiter Ole Wolff, der mitgereist war. Die Version der Polizei ist ist eindeutig. Bundesbeamte seien im Bochumer Hauptbahnhof bereits seit Sonntagmorgen eingesetzt gewesen. Während die Anreise von etwa 1380 Bielefelder Fans in die Ruhrgebietsmetropole problemfrei sei, habe sich die Lage bei der Abreise geändert. Nachdem Bundespolizisten in einem Bahnhofstunnel einen Bielefelder Fan überprüft hätten, seien etwa 50 Arminia-Fans hinzugekommen und hätten die Einsatzkräfte mit Gegenständen beworfen. Die Polizisten setzten daraufhin Schlagstöcke ein und drängten die Hooligans in Richtung Bochumer Buddenbergplatz, hieß es im Polizeibericht. Weitere 50 Fans hätten dann versucht, von einem Bahnsteig in den Tunnel zu stürmen. Bundespolizisten hinderten sie daran und wurden ebenfalls angegriffen. Hierdurch erlitten zwei Bundespolizisten Prellungen am Oberkörper, so die Polizei. Gegen 16.30 Uhr wollten Bundespolizisten bei einem Arminia-Fan, der Einsatzkräfte beleidigt hatte, die Personalien feststellen. Daraufhin kam es abermals zu „Solidarisierungseffekten" durch weitere Fans, so die Polizei. Die Hooligans griffen die Polizisten an, die Polizisten wehrten sich mit Schlagstöcken. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen. Nachdem der Großteil der Fans in einen Zug gedrängt worden sei, ging es eskortiert von Zugbegleitkräften der Bundespolizei zurück in Richtung Bielefeld. Die Bundespolizei leitete zahlreiche Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruch, Beleidigung, Körperverletzung, Widerstands und Landfriedensbruch ein. Insgesamt konnten drei Tatverdächtige vorläufig festgenommen werden. Bei diesen handelte es sich laut Bundespolizei um Anhänger der Bielefelder Problemfanszene im Alter von 19, 20 und 27. Die Ermittlungen dauern an.

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