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Bielefeld Beschwerden von Realschul-Eltern lösen Debatte aus

Nach Brandbrief: Paprika-Sprecher sowie CDU und FDP uneins über Vernachlässigungs-Vorwürfe

Dennis Rother

Bielefeld. Mit schweren Vorwürfen gingen Realschul-Eltern an die Öffentlichkeit. Ihre Schulen würden von der Politik bewusst vernachlässigt, monierten sie (NW vom 4. Mai). Der Brandbrief liegt noch nicht bei allen Adressaten, doch Reaktionen gibt es schon. Paprika-Sprecher und CDU sind uneins, die FDP stärkt den Beschwerdeführern den Rücken. Klar ist allen: Die Sorgen sind ernstzunehmen. Schulamtsleiter Georg Müller will sich vorerst nicht äußern, auch nicht wenn der Brief da sei. Vorwürfe etwa in puncto Lehrer-Schüler-Personalschlüssel "entbehren jeglicher Grundlage". Pikiert war Müller darüber, dass die Eltern vorab nicht das Gespräch gesucht haben. Laut Björn Klaus, Geschäftsführer der SPD-Fraktion, gibt es mit Realschulleitern bereits Gespräche, um "alle Befindlichkeiten" aufzunehmen. "Es ist ein emotional aufgeladenes Thema." Die Großinvestition in die Gesamtschule Schildesche sei aber Parteikonsens. "Sie ist zweifellos marode." Piratensprecherin Gordana Rammert findet es "sinnvoll", Fördergeld aus dem NRW-Programm Gute Schule 2020 "am Stück" zu verbauen. "Das heißt ja nicht, dass Realschulen nicht wertgeschätzt werden." Bis 2025 werden laut Rammert stadtweit voraussichtlich noch 21 fünfte "Züge" gebraucht, also Parallelklassen pro Jahrgang. Eine Mammutaufgabe. Das könne man nur mit einer neuen Schule bewältigen. Es sei Zeit für eine Entscheidung. Die CDU war und ist gegen den Gesamtschul-Neubau. Er sei "ein falsches Signal", denn zuerst bräuchten Realschulen finanzielle Hilfe, sagt Marcus Kleinkes für die Ratsfraktion. FDP-Chef Jan-Maik Schlifter betont, dass nur seine Partei im Schulausschuss gegen die Umwandlung von Kuhlo- und Bosseschule gestimmt habe. "Das Experiment Sekundarschulen lehnen wir ab", sagt er. Zusätzliche Realschulgelder habe auch ausschließlich die FDP beantragt. In etlichen Punkten gibt Schlifter den Eltern Recht, Dezernent Udo Witthaus benachteilige Realschulen und Gymnasien "systematisch". Witthaus war für eine Stellungnahme auf NW-Anfrage nicht zu erreichen.

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