Die Polizei wird an den kommenden Wochenende am Boulevard noch stärker auf Straftäter achten. - © Symbolfoto: Barbara Franke
Die Polizei wird an den kommenden Wochenende am Boulevard noch stärker auf Straftäter achten. | © Symbolfoto: Barbara Franke

Bielefeld Polizei verstärkt als Reaktion auf Silvesternacht ihre Präsenz am Boulevard

Polizeipräsidentin Giere: "Auch künftig sollen sich alle am Boulevard sicher fühlen"

Jens Reichenbach

Bielefeld. Die Berichterstattung über die Silvestervorfälle am Boulevard haben viele Bielefelder schockiert. Massive Polizeieinheiten mussten 150 Zuwanderer von den Diskotüren abhalten, es gab Festnahmen, Platzverweise und auch sexuelle Übergriffe im neuen Bahnhofsviertel. Einige Frauen berichtete, wie sie von Männergruppen  belästigt, festgehalten und abgeküsst wurden. Jetzt hat die Bielefelder Polizei zu den Vorkommnissen nochmal Stellung genommen: "Die Polizei in Bielefeld ist, wie bekannt, an jedem Wochenende mit verstärkten Kräften im neuen Bahnhofviertel, insbesondere am Boulevard, präsent. Auch Silvester hatte die Polizei die Kneipen und Diskotheken am Boulevard im Blick gehabt", so die Mitteilung. Tatsächlich seien der Polizei auch zwei Hinweise auf Personengruppen mit Migrationshintergrund gemeldet worden, die weibliche Besucher körperlich bedrängt haben sollten. "Doch keines dieser beiden Opfer hat sich uns zu erkennen gegeben", sagte Ridder. Deshalb betont er: "Bis jetzt liegen der Polizei keine Anzeigen zu Belästigungen beziehungsweise sexuellen Übergriffen vor. Betroffene werden gebeten, sich unter Telefon 0521/545-0 zu melden." Trotz der Probleme vor den Diskotüren entsprach das Deliktaufkommen in der Nacht einer normalen Wochenendnacht, betonte der Behördensprecher. Dennoch nehme die Polizei, die "herangetragenen Eindrücke und Empfindungen von betroffenen Frauen sehr ernst". Deshalb werde die Polizei die schon übliche Präsenz im Bereich Boulevard am Wochenende erhöhen. Außerdem sollen im engen Kontakt mit den Gastonomen mögliche Straftäter nun nachträglich identifiziert werden. "Gegen erkannte Straftäter werden wir konsequent und mit aller Härte, unter Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten, vorgehen", kündigte die Polizei an. Interessant: Die von der Polizei überprüften Männer, die fast ausschließlich aus Algerien und Marokko stammen, kamen zu großen Teilen nicht aus Bielefeld. Polizeipräsidentin Katharina Giere betont: "Ziel unserer Maßnahmen ist es, das sich auch zukünftig alle Besucher, insbesondere Frauen, auf dem Boulevard sicher fühlen und dort weiterhin friedlich feiern können." Wer Hilfe benötige oder sich unsicher fühle, solle sich unmittelbar an die Polizei wenden. Doch genau diese Hilfe scheinen die Augenzeuginnen an diesem Abend nicht erhalten haben. Die Mutter einer Betroffenen berichtete: "Meine Tochter ist kein Angsthase, aber sie war ziemlich entsetzt. Sie fühlte sich von der Polizei nicht ernst genommen."

realisiert durch evolver group