Mit Scheibe und Korb: 2012 traf sich die Discgolf-Szene zu den "Bielefeld Open" am Obersee auf einer mobilen Anlage, zur Freude von Lisa Rohde, Franz Schröer und Detlef Poltrock. Jetzt prüft die Stadt Standorte für eine feste Anlage. - © Christoph Kottmann
Mit Scheibe und Korb: 2012 traf sich die Discgolf-Szene zu den "Bielefeld Open" am Obersee auf einer mobilen Anlage, zur Freude von Lisa Rohde, Franz Schröer und Detlef Poltrock. Jetzt prüft die Stadt Standorte für eine feste Anlage. | © Christoph Kottmann

Bielefeld Golf mit Frisbee-Scheiben als neuer Trendsport

2012 lief bereits ein Turnier mit mobilen Körben am Obersee

Joachim Uthmann

Bielefeld. Tellergroße Frisbeescheiben in Metallkörbe mit Ketten werfen und das auf einem golfplatzähnlichen Parcours - das ist Discgolf. Die Sportart liegt im Trend. Auch Bielefelder haben sie entdeckt. Jetzt prüft die Stadt einen Vorschlag, eine solche Anlage in Bielefeld zu planen. Ein Turnier mit mobilen Discgolfkörben hat es bereits 2012 gegeben - am Obersee. Dort trafen sich Discgolfer zu den "Bielefeld Open", immerhin unter dem Dach der Professional Disc Golf Association. Anfänger und Amateure konnten auf zwölf Bahnen am Seekrug Scheiben werfen. Teilnehmer wie Lisa Rohde, Timo Brandt und Benjamin Mumos gründeten sogar eine Bielefelder Discgolf-Facebook-Seite. Mitveranstalter Werner Sybalski sagte: "Wir wollen Discgolf auch in Ostwestfalen-Lippe populär machen." Spieler treffen sich öfter im Nordpark. Aber auch der Bethelpark und das Grün am Obersee seien gut geeignet, sagte Rohde. In Bielefeld gibt es jetzt einen Interessenten, der eine feste Anlage anbieten möchte. Sport- und Umweltamt suchen nach möglichen Standorten. Eine Finanzierung könnte sich aus der Sportpauschale ergeben, die das Land gewährt. Von den 908.013 Euro für 2015 fließen 90 Prozent an die Vereine. Mit den den verbleibenden 90.802,30 Euro will die Stadt "Sportgelegenheiten" bauen. Und dafür hat die Arbeitsgruppe Sportförderung jetzt eine Discgolfanlage vorgeschlagen. Immerhin ständen dafür noch 63.801,30 Euro zur Verfügung, heißt es in einer Vorlage des Sportamtes. Über die soll am 27. Oktober der Schul- und Sportausschuss des Rates beraten. Zunächst solle eine erste Ausbaustufe realisiert, dabei aber die Möglichkeit einer Erweiterung eingeplant werden, empfiehlt die AG. Für eine solche Anlage gibt es bereits an die 80 Vorbilder in Deutschland, teils mit bis zu 24 Bahnen, so Hartmut Wahrmann, selbst Discgolfer und Planer etwa in Lünen und Dortmund. In OWL eröffnete 2013 die erste in Minden am Weserufer. Sie kostete rund 25.000 Euro, die von Sponsoren und eben auch aus Sportförderungsmittel aufgebracht wurden, so Herbert Beuge, Vorsitzender des betreibenden MTV Minden. Stadt und Bund stellten dafür die Überflutungsflächen der Weser bereit, die nicht bebaut werden dürfen. Bei Hochwasser müssen die Körbe vorübergehend weichen. An der Weser ist viel Platz. Und genau den benötigt man auch für Discgolfbahnen. Die Anlagen sind bis zu 2,5 Kilometer lang und 800 Meter breit. Grünzüge, Freiflächen, aber auch Wälder kämen dafür in Frage, so Wahrmann. Attraktiv sei der Sport, weil ihn jeder ausüben könne. Eine Wurfscheibe koste nicht viel. Mit Workshops und Turnieren versuchen die Discgolfer, für ihren Sport zu werben. Der Experte schätzt, dass es einige Tausend Spieler im Land gibt. Wo eine Anlage sei, bildeten sich auch schnell Vereine. Doch Discgolf kann auch einfach auf dem Schulhof oder am Jugendzentrum gespielt werden. Die Bielefelder Sportjugend hat an ihren Einrichtungen in Senne, an Petri- und August-Bebel-Straße schon seit Jahren Körbe, so Leiterin Carola Exner: "Das gehört dazu wie Tischtennis." Und die Jugendlichen hätten Spaß, ohne harte Regeln. Die gibt es bei dem Sportwerfern ähnlich wie beim Golf. Birdie, Par oder Put sind auch bei den Scheibenwerfern übliche Begriffe. Discgolf sei aber nicht so elitär, sagt Wahrmann: "Die Ausrüstung ist für jedermann bezahlbar." Und die Anlagen sind öffentlich. Ein denkbarer Standort wären die Wiesen am Obersee, mit Anschluss an den Seekrug, der Gastronomie und Freizeitangebote für Junge bietet. Das Umweltamt prüft das Gelände denn auch in dem vom Rat beauftragten Grobkonzept für die gesamte Johannisbachaue, ob eine Discgolf-Anlage konfliktfrei möglich wäre, bestätigt Leiter Martin Wörmann.

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