Virtual Reality: Das Oculus Rift ist eine Brille, mit der man in eine andere Welt eintauchen kann. Eine Kamera analysiert die Bewegungen des Kopfes und simuliert ein bewegtes Bild. - © Björn Leisten
Virtual Reality: Das Oculus Rift ist eine Brille, mit der man in eine andere Welt eintauchen kann. Eine Kamera analysiert die Bewegungen des Kopfes und simuliert ein bewegtes Bild. | © Björn Leisten

Bielefeld Roboter hilft im Haushalt

Messe im Ravensberger Park über neue Trends im Smart-Home

Björn Leisten

Bielefeld. Mit einem breiten Grinsen startete der Moderator das Intro der Podiumsdiskussion: "Wir schreiben das Jahr 2020. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Sonepar, das unterwegs ist, um neue Welten und Techniken zu erforschen", schallte es aus den Lautsprechern. Welche Abenteuer das sind, wollten Vertreter namhafter Unternehmen und Institutionen auf der Messe "Jetzt gemeinsam die Zukunft erobern" im Ravensberger Park vorführen. "Im Januar 2015 waren in Deutschland 112 Millionen Smartphones registriert", erzählt Volker Lorentzen, Geschäftsführer eines Unternehmens für Elektro- und Gebäudetechnik. Seit mehreren Jahren setzt er sich mit der Vernetzung moderner Technologien in Gebäuden auseinander und bietet Lösungen für ein intelligentes Zuhause an - das sogenannte "Smart-Home". "Vernetzte Technik in den eigenen vier Wänden wird immer mehr nachgefragt", erklärt Lorentzen. Dabei gebe es viele verschiedene Anwendungsgebiete, etwa eine intelligente Steuerung einzelner Lampen, Heizungen und anderer Elektrogeräte, um Strom einzusparen. Aber auch die Pflege älterer Menschen könne mit der Technik verbessert werden. Sensoren, die im ganzen Haus verbaut sind, könnten so zum Beispiel die Bewegungsabläufe der Bewohner analysieren und Alarm schlagen, sobald etwas Ungewöhnliches passiert. Lorentzen: "Ein typischer Fall ist etwa die Überwachung des Großvaters oder der Großmutter. Steht diese Person nicht zur üblichen Uhrzeit auf, wird der Nachbar oder ein Verwandter benachrichtigt, um nach dem Rechten zu schauen." Eine weitere Aufgabe von Smart-Home soll es sein, die Kommunikation der Hausbewohner mit der verbauten Technik zu vereinfachen. Dazu entwickelten Wissenschaftler an der Universität Bielefeld aus dem CITEC-Projekt "Cognitive Service Robotics Apartment" den Roboterkopf Flobi. Flobi hat ein rundes Gesicht und große blaue Kulleraugen. "Mit seinem Mund und den Augenbrauen kann er verschiedene Gesichtsausdrücke nachahmen", erklärt Britta Wrede, Leiterin für angewandte Informatik an der Universität Bielefeld. Der Roboter spricht deutsch und englisch und ist 30 Zentimeter hoch. Mit diesem Prototyp wollen die Wissenschaftler erforschen, worauf es bei der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine ankommt. Ein Wort, das vor allem in der Computerspielbranche immer häufiger fällt, ist "Virtual Reality". "Den einen oder anderen könnte das an Szenen aus Star Trek erinnern, in denen die Schauspieler in eine andere, virtuelle Welt eintauchen", sagte Markus Rall, Vorstandsvorsitzender im deutschen Institut für Virtual Reality. Solche Systeme werden laut Rall nicht nur bald in der Spieleszene verbreitet sein, sondern auch in der Industrie oder in der eigenen Wohnung. Bielefelder Unternehmen seien ganz vorne mit dabei, erzählt René Wallas, Leiter des Regionalen Dienstleistungscenters OWL der Sonepar Deutschland. Ein Beispiel ist das Traditionsunternehmen Janzen & Stallmann. "Der Beruf des Elektroinstallateurs wird immer vielfältiger. Früher ging es um die Verlegung von Stromleitungen, aber mittlerweile wollen die Kunden komplexe Schaltungen und Netzwerke, um ihre intelligenten Geräte zu steuern", sagt Andre Janzen: "Wir sind stolz, so einen Beitrag an der Gestaltung der Zukunft zu leisten."

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