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VON ARNO LEY

Jöllenbeck/Schildesche Heftiger Streit um Pläne für die Linie 3

Sie bleibt politischer Wunsch, allerdings ohne Taten

Jöllenbeck/Schildesche. Der Jüngste im Stadtrat sprach gestern Abend aus, was alle anderen eigentlich auch wussten. "Wenn Sie der Verwaltungsvorlage zustimmen, ist das Projekt beendet", erklärte Onur Ocak (Linke). Gemeint war die Verlängerung der Stadtbahnlinie 3 nach Jöllenbeck. Den Vertretern der anderen Parteien warf Ocak vor, die Bürger täuschen zu wollen. Einerseits werde nichts dafür getan, dass die Linie verlängert wird, andererseits aber so getan, "als wenn man dafür sei."

Ocak ist es inzwischen gewohnt, für seine Redebeiträge den lautstarken Protest eigentlich aller anderen Parteien zu hören. Gestern aber sah er sich unvermittelt in einer Allianz mit Ralf Nettelstroth (CDU). Der forderte ebenfalls eine klare Entscheidung im Stadtrat.

Beim Ziel blieben der Linke und der Christdemokrat politische Gegner: Ocak setzte sich für die Planung der Linie 3 ein, die CDU hingeben will das Planfeststellungsverfahren einstellen. So habe es auch die Bezirksregierung verlangt. Denn Vorrang haben die Strecken nach Heepen und Sennestadt. Mehr werde in den nächsten 15, vielleicht 30 Jahren nicht gebaut, vermutet auch Friedhelm Bolte (FDP). Die bisherigen Planungen Richtung Jöllenbeck müsse sowieso komplett neu gemacht werden, weil sich inzwischen die rechtlichen Vorgaben erheblich verändert haben, sagte Nettelstroth.

Das bestritten auch die Sprecher von Grünen und SPD nicht. Hans Hamann (SPD) warf der CDU, insbesondere Alt-Oberbürgermeister Eberhard David vor, die Planungen verschleppt zu haben, als sie die Mehrheit hatten. Letztlich wurde jetzt mit rotgrüner Mehrheit der politische Wunsch bekräftigt, die Linie 3 nach Jöllenbeck bauen zu wollen. Die Trasse soll planungsrechtlich gesichert werden.Für das, was nun geschehen wird, wagte Ocak eine Vorhersage: "Sie wollen den schwarzen Peter nach Detmold weiterschieben." Es droht die Einstellung des Planungsverfahrens durch die Bezirksregierung.

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