Großeinsatz in "Brüngers Kotten": In dem 1801 errichteten Haus hat es am Samstagabend gebrannt. - © Christian Mathiesen
Großeinsatz in "Brüngers Kotten": In dem 1801 errichteten Haus hat es am Samstagabend gebrannt. | © Christian Mathiesen

Jöllenbeck Feuer in Jöllenbecker Heimathaus war Brandstiftung

Kripo schließt nach dem Brand in dem Fachwerkhaus einen technischen Defekt aus. Vermutlich fing ein vergessener Gegenstand auf dem Herd Feuer

Jens Reichenbach

Jöllenbeck. Die Kripo hat nach dem Brand im Heimathaus Jöllenbeck am Samstagabend inzwischen einen technischen Defekt als Ursache ausgeschlossen. Wie Polizeisprecherin Hella Christoph mitteilte, ermittelt die Kripo nun wegen fahrlässiger Brandstiftung. Der Abschluss der Ermittlungen stehe zwar noch aus, so Christoph, doch sei zu vermuten, dass jemand den Herd unsachgemäß bedient habe. Offenbar hatte jemand einen Gegenstand auf dem heißen Herd stehenlassen, der dann Feuer fing, hieß es. Wie berichtet, war das Feuer gegen 20.15 Uhr in einem der ältesten Gebäude der Stadt ausgebrochen. Die Feiernden im Erdgeschoss hatten zunächst verbranntes Plastik gerochen. Als sie in der Küchenzeile im ersten Obergeschoss nachsahen, war das Feuer selbst mit Hilfe eines Feuerlöschers nicht mehr einzudämmen. Die Küchenzeile verbrannte komplett, zahlreiche Möbel und liebevoll mit Bielefeldwappen geknüpfte Teppiche wurden durch Ruß und Rauch unbrauchbar. "Die Heimatstube ist komplett unbrauchbar", resümiert der spürbar frustrierte Vorsitzende des Heimatvereins, Uwe Biermann. Trotzdem spricht er von Glück, dass das Fachwerkhaus nicht noch mehr Schaden genommen hat. Im Obergeschoss seien Wände und Decke mit Rigips verkleidet. "Die haben viel abgehalten." So konnten die Flammen die leicht entzündliche Holzkonstruktion nicht erreichen, so Biermann. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn das Dach Feuer gefangen hätte. Da der Brand schnell entdeckt wurde, und die Feuerwehr sehr umsichtig mit Löschwasser umgegangen war, blieb die Deele im Erdgeschoss völlig unbeschadet. Auch die wertvollen Dokumente des Archivs blieben verschont. Die seien woanders gelagert. Für den Heimatverein gilt nun zu prüfen, ab wann zumindest das Erdgeschoss nutzbar ist. "Wir müssen jetzt mit dem Hauseigentümer ermitteln, ob bald wieder Veranstaltungen möglich sind", so Biermann. Denn die Toiletten im Obergeschoss blieben unbeschädigt. "Wenn man das Licht auf einen anderen Stromkreis legt, könnte man die bald wieder nutzen", so Biermann. Alles Weitere soll heute ein Sachverständiger ermitteln. Anmeldungen für Hochzeitsfeiern nimmt das Standesamt vorerst aber nicht mehr entgegen, betonte die Stadt.

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