Hier geht es los: Neben dem Homannsweg soll künftig eine Zufahrtsstraße für Baufahrzeuge verlaufen, die mit einer Ampel geregelt wird. - © Christian Weische
Hier geht es los: Neben dem Homannsweg soll künftig eine Zufahrtsstraße für Baufahrzeuge verlaufen, die mit einer Ampel geregelt wird. | © Christian Weische

Theesen In Theesen entsteht Bielefelds größtes Neubaugebiet

Sylvia Tetmeyer

Theesen. Zwischen Homannsweg, Neulandstraße, Schnatsweg und Jöllenbecker Straße könnte schon bald der erste Spatenstich für Bielefelds größtes Baugebiet gemacht werden. Ziel der Neuaufstellung des Bebauungsplanes ist es, der erheblichen Nachfrage nach Wohnraum Rechnung zu tragen. Nachdem sich der Landschaftsbeirat und Anwohner im vergangenen Jahr kritisch geäußert hatten, liegt nun eine überarbeitete Planung auf dem Tisch. Die Bauverwaltung arbeitet hierbei mit dem Architekturbüro Hempel und Tacke zusammen. "Wir hatten die Bürgerbeteiligung, außerdem haben sich die zuständigen Behörden geäußert. Zudem hat es Schall- und Verkehrsuntersuchungen gegeben", erläutert Dirk Tacke. Herausgestellt habe sich beispielsweise, dass die Jöllenbecker Straße täglich von rund 20.000 Autos und anderen Fahrzeugen genutzt werde. Anwohner würden befürchten, dass sie mit Beginn der Bauarbeiten große Probleme bekommen würden. "Schon jetzt ist es schwierig, sich vom Homannsweg und vom Schnatsweg in die Jöllenbecker Straße einzufädeln", sagt Günter Stückemann. Der Rentner fordert eine "vernünftige Verkehrsanbindung". Der Diplom-Ingenieur erklärt, dass es die einst vorgesehene Zufahrtsstraße von der Jöllenbecker Straße in die Mitte des Baugebietes nicht geben wird. Dies hätte der Baulastträger Straßen NRW abgelehnt. Stattdessen werde neben dem Homannsweg eine Planstraße angelegt. Der Homannsweg könne auf diese Weise abgebunden werden. Der Baustellenverkehr an der Zufahrtsstraße werde per Ampel mit Abbiegespuren geregelt. Insgesamt werde das Baugebiet über vier Planstraßen erschlossen. Eine Ampel wünschen sich Anwohner auch am Schnatsweg. Zur Jöllenbecker Straße hin sind dreigeschossige Wohnungen geplant, die von einem begrünten Wall geschützt werden. Im Inneren des Areals sollen Einfamilien-, Doppel- sowie Reihenhäuser möglich sein. Vorgesehen ist auch öffentlich geförderter Mietwohnungsbau. Der Stadtplaner räumt jedoch ein, dass noch nicht alle Grundstücksbesitzer von einem Verkauf überzeugt werden konnten: "Große Teile sind jedoch eigentumsmäßig gesichert." Kritisiert hatte der Landschaftsbeirat vor einem Jahr das fehlende Grün und den großen Flächenverbrauch. Nun soll es einen Grünzug geben, der zunächst parallel zum Homannsweg und dann mitten durch das Gebiet führt. Auf Anregung der Anwohner ist dort, wo sich jetzt eine Gruppe Linden und Eichen befindet, ein Quartiersplatz geplant. Außerdem entstehen ein Kinderspielplatz und ein Regenrückhaltebecken. Während bei den ersten Planungen vor fast 20 Jahren am Homannsweg noch eine Fläche für eine Wendeschleife der Stadtbahn vorgesehen war, ist dies nun nicht mehr nötig. "Heutzutage baut man so nicht mehr", sagt Tacke. An der Trasse entlang der Jöllenbecker Straße, die für die Linie 3 frei gehalten werden sollte, ist nun der begrünte Lärmschutzwall geplant. Wenn die Stadtbahn doch noch kommt, könnte dieser durch eine Lärmschutzwand ersetzt werden. Sorgen machen sich einige Anlieger über mögliche Kosten, die entstehen könnten, wenn die Neulandstraße am Ende ausgebaut werden würde. "Ein Endausbau ist hier zurzeit nicht geplant", versichert Dirk Tacke. Zwar werde dort ein Stück Kanal verlegt. Danach werde der ursprüngliche Zustand jedoch wieder hergestellt. Ausschließen will der Diplom-Ingenieur nicht, dass ein Endausbau irgendwann kommt, bislang gebe es jedoch "keine Aussage vom Amt für Verkehr." Für Günter Stückemann und seine Nachbarn ist eine Veränderung an der Straße nicht notwendig: "Die Straße ist ausreichend, so wie sie ist." Einige Anwohner hoffen, dass mit dem Baugebiet auch die nötige Infrastruktur verbessert wird. Die Planungen sollen voraussichtlich in der nächsten Bezirksvertretersitzung am 30. November vorgestellt werden.

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