Schornstein steht noch: Auf dem Gelände des ehemaligen Heizkraftwerkes sollte das Quartierszentrum entstehen. Frank Horn und Ute Joachim bedauern, dass es nun doch keine Fördermittel gibt. - © Sylvia Tetmeyer
Schornstein steht noch: Auf dem Gelände des ehemaligen Heizkraftwerkes sollte das Quartierszentrum entstehen. Frank Horn und Ute Joachim bedauern, dass es nun doch keine Fördermittel gibt. | © Sylvia Tetmeyer

Jöllenbeck Stadt Bielefeld listet Mängel in den Wohnungen am Oberlohmannshof auf

Schimmel und Müll: Die Stadt listet Mängel in Wohnungen auf. Der Sozialdezernent glaubt, dass frühestens in drei bis vier Jahren Landesmittel für ein Quartierszentrum fließen

Sylvia Tetmeyer

Jöllenbeck. Seit vielen Jahren diskutieren die Bezirkspolitiker über eine Aufwertung des Oberlohmannshofs. Müll, Schimmel, Ungeziefer, Vandalismus - die Probleme sind vielfältig. Stadtteilkoordinatorin Ute Joachim von der Gesellschaft für Sozialarbeit (GfS) hat Bewohner gefragt, wo der Schuh drückt. Ihr Fazit: "Am meisten wünschen sich alle ein Quartierszentrum." Während der jüngsten Bezirkssitzung sprach Ingo Nürnberger (SPD) über die Planungen der Stadt. "Der Oberlohmannshof ist Beobachtungsgebiet des Landes", erläutert der Sozialdezernent. Städtebaufördermittel aus dem Insek-Programm (Integrierte Stadtentwicklungskonzepte) sind bereits zweimal vergeblich beantragt worden, bedauert Joachim. Bislang profitieren davon die Stadtteile Sieker, Baumheide, Mitte und Sennestadt. Nürnberger schätzt, dass Jöllenbeck in drei bis vier Jahren von dem Programm profitieren könnte. "Wir haben noch keine Lösung gefunden, werden aber einen neuen Anlauf mit weiteren Förderprogrammen nehmen", versichert er. Jöllenbeck stehe auf der Prioritätenliste ganz oben. Zurzeit gebe es eine Begehung mit dem Bauamt. Dabei würden Wohnungen ins Visier genommen, die Mängel aufweisen (die NW berichtete). Auf Anfrage der CDU, die wissen möchte, ob die Stadt die Miete für die Wohnung kürzt, in der ein Schimmel- und Ungezieferbefall festgestellt wurde, antwortet Bezirksamtsleiter Andreas Hansen: "Eine Mietminderung kommt hier nicht in Betracht." Die Wohnungsgesellschaft Vonovia wolle die Mängel beseitigen, sonst könne die Stadt die Wohnung zurückgeben. "Wir sind durch einen ständigen Wechsel der Wohnungsgesellschaften immer nur vertröstet worden", kritisiert Hans-Jürgen Kleimann (CDU). Wenn sich die GfS in der Vergangenheit nicht so um das Viertel gekümmert hätte, "wären die Probleme viel größer". Ingo Nürnberger glaubt: "Die Vonovia hat verstanden, dass sie investieren muss." Allerdings sei in dem Viertel eine zweite Wohnungsgesellschaft aktiv. "Es ist allen klar, dass ein Quartierszentrum absolut notwendig ist", betont der Sozialdezernent. Obwohl es ein relativ kleines Quartier sei, gebe es eine Stadtteilkoordinatorin. "In Mitte gibt es auch nur eine, obwohl der Stadtteil viel größer ist." Nürnberger versichert, dass die auf zwei Jahre befristete Stelle der Stadtteilkoordinatorin verlängert werden soll. In Jöllenbeck gebe es 185 Asylsuchende oder Flüchtlinge, davon seien zwei Drittel männlich und 61 unter 18 Jahre alt. Die meisten würden im Oberlohmannshof wohnen. Der Dezernatschef lobt das Engagement der Ehrenamtlichen: "Hier ist Jöllenbeck besonders gut aufgestellt." Wichtig sei auch die Arbeit des CVJM in Bezug auf Kinder und Jugendliche. Einem Vorschlag von Reinhard Heinrich (Grüne) stimmten die übrigen Politiker zu. So sollen Vertreter der GfS und des CVJM in einer der nächsten Sitzungen über ihre Arbeit berichten. Ingo Nürnberger berichtete, dass die Kita an der Eickumer Straße voraussichtlich 2018/19 in Betrieb gehen wird: "Es ist zurzeit das Kita-Projekt, bei dem die Planung am weitesten fortgeschritten ist." Ob es allerdings zu Beginn des Kindergartenjahres im August 2018 klappt, kann er nicht sagen. Auf Nachfrage von Peter Kraiczek (CDU) erläutert Annette Mosig vom Bauamt, dass es seit 1977 einen rechtsverbindlichen Bebauungsplan gibt.

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