Drei Befürworter für eine Kombination aus Hallen- und Freibad in Jöllenbeck: (v.l.) BBF-Geschäftsführer Hans-Werner Bruns, Bezirksbürgermeister Mike Bartels und Oberbürgermeister Pit Clausen lassen im sanierungsbedürftigen Freibad Jöllenbeck für das Foto Wasser ins Becken ein. - © Barbara Franke
Drei Befürworter für eine Kombination aus Hallen- und Freibad in Jöllenbeck: (v.l.) BBF-Geschäftsführer Hans-Werner Bruns, Bezirksbürgermeister Mike Bartels und Oberbürgermeister Pit Clausen lassen im sanierungsbedürftigen Freibad Jöllenbeck für das Foto Wasser ins Becken ein. | © Barbara Franke

Bielefeld Zehn-Millionen-Euro-Investition: Jöllenbeck soll Hallenbad bekommen

Das alte und zuletzt schwach besuchte Freibad könnte ersetzt werden durch ein Hallenbad mit Außenbecken. Das wäre nützlich für’s Schulschwimmen. Idee wird nun diskutiert

Ansgar Mönter

Bielefeld. Bielefelds Norden hat kein Hallenbad. Das soll sich bald ändern. Oberbürgermeister Pit Clausen präsentierte gestern eine Idee: Das alte Freibad im Stadtbezirk soll ersetzt werden durch ein Kombibad, bestehend aus einem modernen Hallenbad mit Außenbecken. Das wäre dann das ganze Jahr nutzbar und würde vor allem dem Schulschwimmbedarf entgegen kommen. Wenn der Plan umgesetzt werden würde, müssten zehn Millionen Euro investiert werden. Zwei Gründe für die neuen Überlegungen gibt es: Zum einen ist das 1955 eröffnete Freibad Jöllenbeck mittlerweile das am schwächsten besuchte in Bielefeld. 2017 kamen nur noch 15.000 Besucher. Außerdem ist es technisch und baulich in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Hans-Werner Bruns schätzt die Sanierungskosten auf mindestens 4,5 Millionen Euro, eher sogar 5 oder 5,5 Millionen Euro. Er ist Geschäftsführer der kommunalen Bädergesellschaft BBF, die eine Tochter der Stadtwerke. Kombibad könne auch von Schulen genutzt werden Das sei viel Geld für ein Bad, das nur 25 bis 30 Tage im Jahr wirklich genutzt werden könne. Dem gegenüber stünden die zehn Millionen Euro Investition für das Kombibad, das dann aber das ganze Jahr genutzt werden könnte, vor allem von den Schulen. „Wir haben einen zunehmenden Engpass beim Schulschwimmen", sagt der Oberbürgermeister. Für ihn steht ein Hallenbad im Norden der Stadt dringend an, zumal „wir die geringste Hallenbaddichte pro Einwohner aller Großstädte in NRW haben". Laut Bruns und Clausen sind die Betriebskosten für ein Kombibad ähnlich wie bei einem reinen Freibad. Nur für den Bau sei eine höhere Summe nötig. Als Finanzierungsmodell wird an eine Abwicklung über die Stadtwerke gedacht. Das alles seien aber Punkte, die im Idealfall bis 2019 diskutiert werden im Stadtteil, im Stadtrat und in der Bevölkerung. Dann hätte Clausen gerne eine Entscheidung. Wenn 2019 eine Entscheidung für das Kombibad fällt, wäre eine Eröffnung bis 2021 möglich Jöllenbecks Bezirksbürgermeister Mike Bartels findet den Plan, ein Kombibad zu bauen, sehr gut. Er kann es sich auf dem Gelände des Freibads am Naturstadion vorstellen. „Das hier ist ein gewachsener Standort mit weiteren Sportangeboten wie Fußball, Tennis und Schießen", sagt er. Gegen den jetzigen Freibad-Standort spricht laut BBF-Geschäftsführer Bruns jedoch die schwierige Topographie. „Der Moorbach fließt in einem Rohr unter dem Bad entlang", erklärt er. Für ein Bad müsse man sehr tief graben. Außerdem liege das Freibad zwar geografisch in der Mitte des Stadtbezirks, die tatsächliche Mitte Jöllenbecks ist jedoch in den vergangenen Jahren eher nach Norden gerückt. Als Alternativ-Standort könnte eine Gemeindebedarfsfläche nahe der Realschule in Frage kommen, „groß genug wäre sie", sagt Bartels. Beide Grundstücke sind in städtischer Hand. Das ist wichtig, um Kosten und Zeit zu sparen. Wenn 2019 tatsächlich eine Entscheidung für die Kombination aus Hallen- und Freibad fällt, wäre eine Eröffnung bis 2021 möglich. Aber jetzt beginnt zunächst die Diskussion über Finanzierung, Gestaltung und Bedürfnisse. Clausen wirbt für ein Ja: „Mit dieser Idee möchten wir den Jöllenbeckern langfristig eine Schwimmmöglichkeit in ihrem Stadtteil erhalten."

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