Die sogenannten Keyless-Go-Systeme sollen die aktive Benutzung eines Schlüssels unnötig machen. Die Funksignale sind aber für Kriminelle willkommene Sicherheitslücken. - © Symbolfoto: Sarah Jonek
Die sogenannten Keyless-Go-Systeme sollen die aktive Benutzung eines Schlüssels unnötig machen. Die Funksignale sind aber für Kriminelle willkommene Sicherheitslücken. | © Symbolfoto: Sarah Jonek

Bielefeld Autoklau per Funksignal: Diesmal ist ein 100.000-Euro-BMW weg

Polizei: Diebstahlserie hochwertiger Limousinen reißt nicht ab. Täter umgehen sogar empfohlene Funkschutz-Depots

Jens Reichenbach

Bielefeld-Theesen. Die Polizei registrierte in der Nacht zu Mittwoch inzwischen den vierten Diebstahl eines hochwertigen Fahrzeugs, das per Keyless-Technik - also mit einem Transponder statt einem Schlüssel - geöffnet und gestartet wird. Diesmal entwendeten die Täter einen "750i xdrive" BMW im Wert von 100.000 Euro in Theesen. Die Limousine stand seit 23 Uhr an der Tana-Berghausen-Straße. Als der Besitzer (35) um 4 Uhr morgens mit dem Wagen zum Flughafen fahren wollte, war die Limousine verschwunden. Die osteuropäische Automafia hat sich offensichtlich auf den Diebstahl der zumeist hochwertigen und modernen Fahrzeuge spezialisiert. So meldete die Polizei Bielefeld zunächst zwei gestohlene BMW in der Nacht zum 21. Februar in Schildesche und Vilsendorf. Aus Senne ist ein Audi A8 verschwunden Beide Fahrzeuge verfügten über Keyless-Systeme, aber auch über ein GPS-Ortungsmodul. Wie berichtet, konnte die Polizei beide Fahrzeuge in Polen und Tschechien ausfindig machen und sicherstellen lassen. »Weniger Glück hatte der Besitzer eines Audi A 8 im Wert von 50.000 Euro, der in der Nacht auf den 26. Februar in Senne gestohlen wurde. Auch hier nutzten die Täter die sogenannten "Relay-Masche", um die Funktechnik der Autos zu überlisten. Dabei veranlassen die Diebe den Transponder des Autobesitzers, aus dem Haus ein Signal zu senden. Dieses Signal leiten sie mit einem Funkwellenverlängerer zur Autotür weiter, wo dann der Komplize den Wagen öffnen und starten kann, ohne auch nur einen klitzekleinen Schaden zu verursachen. Videos von Überwachungskameras zeigen, dass der Diebstahl mit dieser Masche in wenigen Sekunden über die Bühne geht. Diese Videos zeigen die Masche: Der Besitzer des nun gestohlenen 7er BMW ist besonders frustriert, weil er die Ratschläge der Kripo beherzigt hatte, um den Diebstahl seines Fahrzeugs zu verhindern: "Ich hatte meinen Keyless-Schlüssel abgeschirmt in einer funkstörenden Box aufbewahrt." Seinen Zweitschlüssel habe der Theesener mehrfach in Alufolie gewickelt. Beim Selbsttest zeigte sich, dass die Verriegelung auch dann nicht aufsprang, als er die abgeschirmten Transponder direkt neben die Autotür hielt. Signal irgendwo unterwegs kopiert? Die Kripo vermutet nun, dass die Täter das Signal schon vorher aufgefangen haben. Polizeisprecherin Kathryn Landwehrmeyer: "Vielleicht haben die Täter gewartet, bis das Opfer nach Hause kam und dann das Signal auf seinem Weg vom Auto zum Haus eingefangen." Der 35-jährige Besitzer kann sich das kaum vorstellen, da ihm Fremde in der ruhigen Privatstraße sofort aufgefallen wären: "Wenn das machbar ist: Vielleicht wurde das Signal vorher irgendwo unterwegs kopiert?" Die Ermittlungen dauern an. Das sind die Tipps für Keyless-Besitzer der Polizei:

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