Begutachten die Schäden: Volker Maluk und Hans Klöne berichten, dass auf beiden Seiten des Kirchendaches Ziegel heruntergefallen sind. Ein Dachdecker hat die Löcher provisorisch geflickt. - © Sylvia Tetmeyer
Begutachten die Schäden: Volker Maluk und Hans Klöne berichten, dass auf beiden Seiten des Kirchendaches Ziegel heruntergefallen sind. Ein Dachdecker hat die Löcher provisorisch geflickt. | © Sylvia Tetmeyer

Bielefeld Heftige Sturmschäden machen Jöllenbeck zu schaffen

Versöhnungsgemeinde: Das Sturmtief Friederike ließ Dachpfannen vom Gotteshaus fallen. Entwurzelte Bäume schädigten Altenzentrum, Pfarrhaus und Kindergärten

Sylvia Tetmeyer

Jöllenbeck. Ein kaputter Zaun, zerbrochene Dachpfannen, eine entwurzelte Fichte, die auf eine Kita fällt – dies sind nur einige der Schäden, die der ehemalige Kirchmeister Hans Klöne in seinem Bericht an die Mitglieder des Bauausschusses aufgelistet hat. Umgestürzte Bäume gibt es auch im Pfarrwald einige. „Da hier aber das Betreten strengstens verboten ist, konnten wir noch nicht alle Schäden ermitteln", sagt Hans-Hermann Böhl. Der pensionierte Lehrer ist für den Privatwald zuständig. Manchmal trifft er auf Unverständnis, wenn er erklären muss, dass der Wald jetzt nicht betreten werden darf. „Ich habe die Eingänge nun mit Flatterband abgesperrt." Das soll bis zum 31. Januar so bleiben. Hauptproblem sei der durchnässte Boden. „Deshalb können Forstarbeiten jetzt nicht durchgeführt werden." Oft hänge noch Kronenholz in den Wipfeln. „Wenn das herunterkommt und auf einen Menschen trifft, kann es gefährlich werden", sagt Hans Klöne. Eine Buche liege quer über dem Schulweg und habe eine Freileitung heruntergerissen. Und dann fallen auch noch Mitarbeiter aus Nicht nur habe der Sturm die evangelische Gemeinde besonders schwer getroffen. „Leider fallen zurzeit viele Mitarbeiter aus", berichtet Klöne, der vor zwei Jahren aus Altersgründen aus dem Presbyterium ausscheiden musste. Sogar Gärtner Volker Maluk, der vor zwei Wochen in den Ruhestand verabschiedet wurde, ist für kurze Zeit wieder an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. „Ich bin der Notnagel und werde hier jetzt gebraucht", sagt der 63-Jährige. Einer der drei Mitarbeiter, die sich um den Friedhof kümmern, sei krank, der andere habe gekündigt. Maluk, der vor 33 Jahren seinen Dienst als Friedhofsgärtner antrat, hat bereits einen Nachfolger. Sein Sohn Kai fängt allerdings erst am 1. März an. Nicht nur die Sturmschäden beschäftigen die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde. Bereits vor dem Tief suchten Vandalen das Gotteshaus heim. Hans Klöne deutet auf die etwa acht Meter langen Abflussrohre, die vom Dach in die Erde gehen. An den Lötstellen sind sie durchtrennt worden. Klöne hat Strafanzeige gestellt: „Fast 20 Meter Fallrohre sind abmontiert worden." Dabei seien die Diebe an allen Seiten der Kirche tätig geworden. „Das sind Kupferrohre. Die haben vielleicht einen Materialwert von 20 Euro", schätzt der Jöllenbecker. Der angerichtete Schaden sei umso größer. „Das wird wahrscheinlich mit rund 1.000 Euro zu Buche schlagen", schätzt Volker Maluk. Problematisch sei, dass auch die acht Blitzableiter beschädigt worden seien. „Die müssen von einem Fachbetrieb geerdet werden", ergänzt Klöne. Die Kirchengemeinde sei dazu verpflichtet, ein Blitzschutzbuch zu führen. Alle drei Jahre werde die Anlage überprüft. Nun hoffen alle, dass der Dachdeckerbetrieb bald Zeit findet, um die restlichen Arbeiten mit dem Hubsteiger zu erledigen. Weil das Kirchendach erst nach einigen Tagen abgedichtet werden konnte, seien die USB-Platten, die sich darunter befinden würden, „sehr aufgeweicht".

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