Geht nicht in Rente: Heinz Faßbender besitzt zahlreiche Fotos von seinen Auftritten aus den 50er bis 70er Jahren. Diese führten ihn in viele Länder. Der Musiker kam aber immer wieder nach Jöllenbeck zurück. - © Sylvia Tetmeyer
Geht nicht in Rente: Heinz Faßbender besitzt zahlreiche Fotos von seinen Auftritten aus den 50er bis 70er Jahren. Diese führten ihn in viele Länder. Der Musiker kam aber immer wieder nach Jöllenbeck zurück. | © Sylvia Tetmeyer

Jöllenbeck Der Roy Black von Jöllenbeck feiert 65-jähriges Bühnenjubiläum

Mit der Haifa-Combo begann 1953 die musikalische Laufbahn von Heinz Faßbender

Sylvia Tetmeyer

Jöllenbeck. Schon mit 17 Jahren gründete Heinz Faßbender seine erste Kapelle. Das Motto lautete: "Perfekte Tanzmusik mit Niveau". Schon früh lernte der 81-Jährige, dass es wichtig ist, verschiedene Instrumente zu spielen. Seine "weiche, einschmeichelnde Stimme" und sein Aussehen erinnerten an Roy Black. Der Unterschied: Heinz Faßbender steht auch nach 65 Jahren noch auf der Bühne. Musiker bleibt man sein ganzes Leben lang Zwar sind es mittlerweile nicht mehr so viele Auftritte, die der Jöllenbecker mit seiner Gruppe, dem Vetera-Swingtett, absolviert. Regelmäßig ist er jedoch zu Gast im Freizeitzentrum Baumheide, wo auch am kommenden Sonntag das Jubiläum gefeiert wird (siehe: Infokasten). Vor zwei Jahren hat der Musiker noch einmal eine Maxi-CD herausgebracht. "Dort haben wir bekannte Titel neu arrangiert", berichtet er. Ans Aufhören denkt der zweifache Vater und dreifache Großvater noch lange nicht: "Musiker bleibt man immer." Einfach sei sein Start damals im Bielefelder Norden jedoch nicht gewesen. "Ich bin im Ruhrgebiet aufgewachsen. Da hatten die Menschen eine andere Mentalität." Inzwischen sei er jedoch längst ein Jöllenbecker. Neben Vibrafon und Klavier spielte Faßbender Akkordeon, Keyboard und Orgel. In den 1960er Jahren führten ihn Aufträge nach Griechenland, in die Niederlande, nach Skandinavien sowie in die USA. Sein erstes Profi-Engagement hatte er mit eigenem Trio in Emden. Gastspiele in Gran Canaria, Teneriffa und Fuerteventura bringen ihm später Langzeiterfolge. Sein größter Hit: "Lanzarote, Lanzarote" entstand in dieser Zeit. Damit trat er 1992 in der TV-Sendung "Herzlich willkommen bei Hannelore und Heino" als Solist auf. "Ins Fernsehen gekommen bin ich durch Ingolf Lück", berichtet der Vollblutmusiker. Der erste Auftritt war 1985 in der ARD-Sendung "Junge Revue". »Lanzarote, Lanzarote« wird zum Hit Zehn Jahre zuvor traf man den Musiker häufig als Alleinunterhalter in Kurorten an. Mit Liedern wie "Am alten Hafen", "Seemann, deine Heimat ist das Meer" und "Im Hafen, da leuchtet die rote Laterne" widmete sich der Jubilar dem maritimen Liedgut. Damals stand er bei der Plattenfirma "Delta Music" unter Vertrag. Außerdem wird er in den Musikprogrammen vieler deutscher Rundfunksender gespielt. Mehrere LPs und Singles sind entstanden. Trotz seiner zahlreichen Reisen ist Faßbender immer an seinen Heimatort Jöllenbeck zurückgekommen. Bereits 1978 sang er: "Ich habe mein Herz in Bielefeld verloren." Mit dem singenden Friseurmeister Erwin Schütz, der 2016 gestorben ist, verband ihn eine lange Freundschaft.

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