Volles Haus: Rund 60 Jöllenbecker kamen zur Bezirkssitzung. Der überwiegende Teil wollte sich über die Planungen zum Thema Neulandstraße informieren - und Kritik äußern. - © Sylvia Tetmeyer
Volles Haus: Rund 60 Jöllenbecker kamen zur Bezirkssitzung. Der überwiegende Teil wollte sich über die Planungen zum Thema Neulandstraße informieren - und Kritik äußern. | © Sylvia Tetmeyer

Jöllenbeck Diskussion um Neulandstraße mit Anwohnern

Sylvia Tetmeyer

Jöllenbeck. Teils schlugen die Wogen am Donnerstagabend hoch. Rund 60 Jöllenbecker waren zur Bezirkssitzung gekommen. Den meisten brannte das Thema "Bebauungsplan Neulandstraße" unter den Nägeln. Deshalb unterbrach Bezirksbürgermeister Mike Bartels (SPD) die Sitzung, um Fragen der Anwohner zuzulassen. Auch nach 2,5 Stunden fassten die Politiker keinen Beschluss, sondern vertagten die Entscheidung. Inzwischen hat sich in dem Wohnquartier zwischen Homannsweg, Neulandstraße, Jöllenbecker Straße und Schnatsweg ein "Bürger-Arbeitskreis" gebildet, dem laut Klaus-Peter Henn 47 Mitglieder angehören. Die Anwohner appellieren an die Planer "die Auswirkungen der Entwicklungsmaßnahme gründlich und nachhaltig zu analysieren." Die Entwurfsplanung müsse optimiert werden. Gesprächsbedarf bestehe unter anderem bezüglich der Verkehrsanbindung, Grün- und Erholungsflächen, Kanalisierung, Parksituation, soziale Infrastruktur sowie des Projekt- und Baustellenmanagements. Viele der Anwohner fühlen sich mit ihren Argumenten nicht ernst genommen. "Ich habe Probleme mit ihrem konfrontativen Ton. Sie sind gewählte Vertreter. Wir haben berechtigte Fragen und Sorgen. Das darf man nicht einfach so wegschieben", so eine Theesenerin. Ein Anwohner will wissen, wie es mit Kita-Plätzen aussieht, wenn junge Familien in das Gebiet ziehen. Auch die Grundschule habe keine Kapazitäten mehr. Einen Familienvater interessiert, ob es auch bauträgerfreie Grundstücke gibt. Darauf konnte Arne Steinriede vom Bauamt keine Auskunft geben. Dies sei Sache des Investors, der sich jedoch dazu verpflichte, 25 Prozent Sozialwohnungen zu bauen. Stadtplaner Dirk Tacke ergänzte, dass diese Bauten entlang der Jöllenbecker Straße entstehen würden, in der Mitte seien Reihenhäuser und Stadtvillen geplant, im Osten Einfamilien- und Doppelhäuser. Es werde rund 1 Hektar öffentliche Grünfläche geben, der Spielplatz sei rund 1.500 bis 2.000 Quadratmeter groß. Auch für den Quartiersplatz seien bis zu 1.500 Quadratmeter eingeplant. Einige Anwohner machen sich Sorgen über vermehrte Starkregenereignisse. "Wenn mehr Flächen versiegelt werden, kann das Wasser nicht mehr abfließen." Tacke erklärt, dass die Situation in Zukunft sogar besser werde. Gemeinsam mit dem Umweltbetrieb und einem Ingenieurbüro sei der Bedarf für das Regenrückhaltebecken ermittelt worden. Es werde 1.550 Kubikmeter Wasser aufnehmen können. Bedenken hatten sowohl Politiker als auch Anwohner bezüglich der Verkehrsplanung. Erwartet werden 1.000 Fahrten aus dem Baugebiet heraus. Tacke berichtet, dass es täglich 20.000 Fahrbewegungen auf der Jöllenbecker Straße gibt. "Der Durchgangsverkehr muss zum Schutz der Anwohner verhindert werden", betont Hans-Jürgen Kleimann (CDU). Um die Jöllenbecker Straße zu meiden, würden Autofahrer durch den Köckerwald fahren. Bartels erklärte, dass die Verhandlungen der Stadt mit Straßen NRW 12 Monate gedauert hätten. In dieser Zeit sei es nicht gelungen, eine Zufahrt in der Mitte der Jöllenbecker Straße zu erreichen. "Deshalb wird es auch kein Tempo 50 geben."

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