Skeptisch: Hans Weitkamp (von links), Elfriede Bongards-Weitkamp, Uwe Krotki und Günter Stückemann schauen sich die Bebauungspläne an. Die landwirtschaftliche Fläche im Hintergrund ist rund einen Hektar groß - und steht nicht zum Verkauf. - © Sylvia Tetmeyer
Skeptisch: Hans Weitkamp (von links), Elfriede Bongards-Weitkamp, Uwe Krotki und Günter Stückemann schauen sich die Bebauungspläne an. Die landwirtschaftliche Fläche im Hintergrund ist rund einen Hektar groß - und steht nicht zum Verkauf. | © Sylvia Tetmeyer

Theesen Stadt will in Theesen neu bauen – doch die Grundstückseigner spielen nicht mit

Laut Planer können 70 Prozent von 15,9 Hektar erschlossen werden. Über weitere Grundstücke wird noch verhandelt. Entstehen sollen 288 Häuser

Sylvia Tetmeyer

Theesen. "Uns hat bisher keiner gefragt", sagt Hans Weitkamp. Gemeinsam mit Ehefrau Elfriede wohnt der 78-Jährige an der Neulandstraße. Das Grundstück ist rund 2.100 Quadratmeter groß. Wenn die Pläne so verwirklicht werden, wie es der Entwurf vorsieht, müssten die Investoren einen Teil seines Grundstückes erwerben. "Wir wollen die Fläche aber frei halten", betont Elfriede Bongards-Weitkamp. Dabei geht es dem Ehepaar nicht in erster Linie um den Kaufpreis, vielmehr um die Dichte der Bebauung. Ein Landwirt, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, berichtet, dass er vor zwei bis drei Jahren Verkaufsverhandlungen geführt habe. Bislang sehe er aber keine Notwendigkeit sein 1 Hektar großes Grundstück im Norden des Baugebietes zu verkaufen. "Das kann sich ändern, wenn zunächst der südliche Teil erschlossen wird. Dann ziehen ja immer mehr Menschen an die Neulandstraße", sagt er. Ob es Auswirkungen auf sein Feld hat, müsse abgewartet werden. Gisbert Beckmann ist nicht direkt betroffen, macht sich jedoch Sorgen um die Grundwasserstände. Auch Weitkamps berichten, dass sie häufig Probleme mit Wasser haben, das nicht versickert. Ein wichtiges Thema bei der Diskussion sei deshalb auch das geplante Regenrückhaltebecken. "Der Kanal ist der Hauptknackpunkt", sagt Uwe Krotki. Der Anwohner befürchtet Folgeschäden bei unterkellerten Häusern. "Seit über 20 Jahren gibt es Pläne über eine Bebauung zwischen Jöllenbecker Straße, Homannsweg und Neulandstraße", sagt der 64-Jährige, der ein 960 Quadratmeter großes Grundstück besitzt. "Auch damals haben wir schon dagegen gewettert." Sein Schwager wohne ebenfalls im Gebiet. "Der hatte schon Besuch von einem Makler. Für den Preis, der angeboten wurde, wird er aber nicht verkaufen", erzählt Krotki. Das Grundstück von Schwager und Schwägerin sei etwa 2.700 Quadratmeter groß. Für viele Anwohner ist die geplante Verkehrserschließung vom Homannsweg nicht nachvollziehbar. Ursprünglich sollte die Zufahrtsstraße in der Mitte der Jöllenbecker Straße angelegt werden. Dies hat der Baulastträger Straßen NRW jedoch abgelehnt. Elfriede Bongards-Weitkamp befürchtet, dass die Infrastruktur nicht ausreichend berücksichtigt wird. "Die Politiker sollten ihrer Fürsorgepflicht nachkommen. Was ist mit Einrichtungen für Jugendliche und Senioren sowie Schulen?" fragt die 73-Jährige. Anlieger vermuten, dass die Stadtbahnpläne wieder auf den Tisch kommen könnten - wegen erwartbar höherer Fahrgastzahlen in Theesen.

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