In Augustdorf musste ein Handballspiel abgebrochen werden. - © picture alliance (Symbolbild)
In Augustdorf musste ein Handballspiel abgebrochen werden. | © picture alliance (Symbolbild)

Bielefeld Handball-Spieler schwer verletzt: Oberliga-Spiel in Augustdorf wird abgebrochen

Beim Versuch, einen Abpraller zu erreichen, prallten die beiden Spieler so unglücklich mit den Köpfen aneinander, dass sie verletzt liegen bleiben.

Arne Schütforth

Bielefeld. Sekunden vor der Halbzeit passiert im Oberliga-Spiel der HSG Augustdorf-Hövelhof gegen den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck beim Stand von 16:11 das, was sich niemand wünscht: Augustdorfs Kreisläufer Florian Hengsbach und Teamkollege Leonhard Janzen prallen beim Versuch, einen Abpraller zu erreichen, so unglücklich mit den Köpfen aneinander, dass sie verletzt liegen bleiben. Kurzzeitig sind gar vier Spieler der Gastgeber am Boden, da sich zwei weitere Akteure Sekunden zuvor leicht verletzt hatten. Doch die Sorgen gelten schnell Janzen und Hengsbach. „Leo Janzen konnte das Krankenhaus noch am Abend verlassen, er hat ein Schleudertrauma erlitten", berichtete Augustdorfs Trainer Micky Reiners. Florian Hengsbach, der schon in der Halle notärztlich versorgt werden musste, wurde ins Bielefelder Klinikum Gilead I gebracht. Inzwischen wurde Hengsbach zweimal an der Halswirbelsäule operiert. „Seine Familie hat uns gebeten, keine weiteren Informationen herauszugeben. Dieser Bitte kommen wir natürlich nach", so Reiners spürbar mitgenommen. „Es war relativ schnell klar, dass etwas Schlimmes passiert war. So eine schwere Verletzung habe ich noch nicht erlebt. Da rückt der Handball in den Hintergrund. Wir waren uns relativ schnell einig, dass ein Spiel unter solchen Voraussetzungen nicht fortgesetzt werden sollte", sagte TuS-97-Trainer Sven-Eric Husemann. "Absolut richtig gehandelt" Dabei war den beteiligten Vereinen zunächst nicht bewusst, wie das Spiel gewertet werden würde. Staffelleiter Andreas Tiemann (Hille) saß beim Drittligaspiel von GWD Minden II im Kampfgericht und war telefonisch nicht erreichbar. Und die Entscheidung, ein Spiel abzubrechen, dürfen die Mannschaften beziehungsweise deren Offizielle nicht eigenmächtig treffen. In diesem Fall sieht das Regelwerk vor, das Spiel gegen beide Vereine zu werten, denn ein Abbruch ist eigentlich nur auf Grund höherer Gewalt vorgesehen. „Andreas Tiemann hat uns aber versichert, dass wir absolut richtig gehandelt haben", berichtete Reiners. Inzwischen wurden beide Vereine per Mail informiert, dass das Spiel neu angesetzt wird. „Dem Abbruch zuzustimmen, war von Jöllenbeck eine faire und glaubhafte Geste. Sie hätten auch zugestimmt, das Spiel nicht fortzusetzen, wenn sie mit fünf Toren geführt hätten", lobt Reiners die Bielefelder. „Von unserer Seite bleibt nur, den verletzten Spielern beste Genesungswünsche zu senden", so Husemann. Diesem Wunsch schließt sich die Sportredaktion an.

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