Bielefeld Metallbearbeitung mit höchster Genauigkeit

Rautenberg GmbH: Andreas Oberjohann überreicht Ehrenurkunde der Handwerkskammer. Das Unternehmen wurde vor 50 Jahren gegründet. Firmenstandort ist seit 1980 das Industriegebiet an der Eickelnbreede in Vilsendorf

Arno Ley

Vilsendorf. Die Rautenberg GmbH ist ein Metall verarbeitender Betrieb, der sich spezialisiert hat auf Sonderanfertigungen – Einzelstücke und Kleinserien als Ersatzteile oder Werkformen für Maschinen. Vor 50 Jahren haben Hans-Joachim und Rita Rautenberg ihr Unternehmen gegründet. Seit 1980 es im Industriegebiet in Vilsendorf ansässig. Gestern wurde der Firma von Andreas Oberjohann vom Vorstand der Innung des Metallhandwerks die Ehrenurkunde der Handwerkskammer überreicht. Angefangen hat alles in einer früheren Tischlerei in Theesen. Der Maschinenbaumeister Hans-Joachim Rautenberg hatte sich mit seinem vorherigen Chef überworfen, daraufhin gekündigt und sich selbstständig gemacht. „Wir haben eigentlich mit nichts angefangen“, erinnert sich seine Ehefrau Rita Rautenberg. Als erster Firmensitz diente die Werkstatt ihres verstorbenen Vaters. Für die ersten Aufträge stand nur ein Schweißgerät zur Verfügung. Die Rautenbergs bewiesen Hartnäckigkeit und das Gespür für Marktlücken zugleich. Großbetriebe suchen ihren Erfolg mit standardisierten Produkten und großen Stückzahlen. Das anfangs Theesener Unternehmen liefert Maschinenteile, die jeweils nur in kleinen Stückzahlen benötigt werden. „Wir machen alles, so wie es unsere Kunden wünschen“, erklärt Stefan Rautenberg, der Sohn des Gründers. Hans-Joachim Rautenberg starb 1996. Sein Sohn Andreas führte daraufhin gemeinsam mit der Mutter den Betrieb weiter. 1980 war die Firma von Theesen in das damals neue Industriegebiet am Telgenbrink nach Vilsendorf umgezogen. „Hier drum herum war noch alles Acker“, erinnert sich Rita Rautenberg. Seit 1981 nutzt das Unternehmen die Möglichkeiten der computerunterstützten Fertigungstechnik. Kunden kommen seitdem nicht nur aus dem heimischen Raum. Es sind unter anderem Maschinenbaubetriebe, aber auch Firmen aus der Lebensmittelbranche, dem Fahrzeugbau und der Verpackungsindustrie. „Wir sind ein Nischenanbieter“, sagt André Kelle. Der Maschinenbaumechanikermeister arbeitet seit 30 Jahren bei Rautenberg. 2010 – nach dem plötzlichen Tod von Andreas Rautenberg – wurde er mit in die Geschäftsführung berufen. Dort arbeitet er mit Stefan Rautenberg zusammen, dem zweiten Sohn des Gründerpaares. Stefan Rautenberg ist Spezialist für den Bereich Funkenerosionstechnik. „Ich sage immer, dass ist so etwas ähnliches, wie eine Laubsäge für Metall“, erklärt mit einem Augenzwinkern Rita Rautenberg das Verfahren. Sie zeichnet weiterhin für die Lohnbuchhaltung des Betriebes verantwortlich, in dem 21 Menschen tätig sind. Wie das gesamte Metallhandwerk hat sich auch der Arbeitsablauf in der Rautenberg GmbH verändert. Die eigentliche Werkstoffbearbeitung leisten computergesteuerte Maschinen. Zur Tätigkeit der Facharbeiter gehört die Programmierung. Beim Erodierverfahren beispielsweise wird mit einem Messingdraht das Metall- oder Kunststoffwerkstück bearbeitet. Der Draht ist zum Teil nur einen 500-stel Millimeter dick. Er berührt den Werkstoff nicht. Es wird ein Spannungsfeld erzeugt. Durch den Funkenschlag zwischen Werkstück und Draht wird Material abgetragen. „Wir erreichen damit ultraglatte und besonders genaue Oberflächen“, sagt Stefan Rautenberg. Mit diesem Verfahren lässt sich selbst härtester Stahl mit größter Genauigkeit bearbeiten.

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