Umnutzungsantrag: Der Kotten soll als Erweiterung des Hotel- und Restaurantbetriebes dienen. Bislang ist das Vorhaben jedoch noch nicht genehmigungsfähig. - © Sylvia Tetmeyer
Umnutzungsantrag: Der Kotten soll als Erweiterung des Hotel- und Restaurantbetriebes dienen. Bislang ist das Vorhaben jedoch noch nicht genehmigungsfähig. | © Sylvia Tetmeyer

Bielefeld 27 neue Häuser an der Loheide in Jöllenbeck

Grünes Licht für Bebauungsplan: Die Politiker votieren einstimmig – beklagen aber die Verkehrsbelastung. Kritik wird erneut am Landesbetrieb Straßen NRW geäußert

Sylvia Tetmeyer

Vilsendorf/Schildesche. Die Bettfedernmanufaktur Verse kann ihren Betrieb an der Loheide, Ecke Engersche Straße nicht erweitern – und strebt eine Verlagerung an. In dem knapp 2,3 Hektar großen Areal soll nun ein Wohngebiet mit 24 Einfamilien- und Doppelhäusern entstehen. Zudem sind drei Mehrfamilienhäuser geplant. Die Politiker votierten einstimmig für den Bebauungsplan. „Die Bedenken bezüglich der Verkehrslenkung bleiben bestehen“, betont Peter Kraiczek (CDU). Die Anwohner wünschen sich einen Kreisverkehr an der Kreuzung Engersche-, Vilsendorfer Straße, um eine direkte Zuwegung zum Baugebiet zu schaffen. Die Erschließung über die Loheide wird als problematisch gesehen. Das Planungsbüro Tischmann und Schrotten hatte bereits 2015 beim Baulastträger Straßen NRW nachgefragt, ob die Kreisel-Lösung denkbar sei. Der Landesbetrieb sprach sich jedoch „entschieden“ dagegen aus. „Das Verkehrsaufkommen wird sich verdoppeln“, befürchtet Kraiczek. Auch Altanlieger würden die Belastung zu spüren bekommen. Lina Keppler (Grüne): „Eine Lösung scheint schwierig zu sein. Man sollte nachfragen, ob nicht die Stadt die Straßenbaulast übernehmen könnte.“ Die Grünen-Politikerin wollte zudem wissen, ob das Thema „geförderter Wohnungsbau“ auch eine Rolle im vorliegenden Bebauungsplan spielt. Manuela Schadt vom Bauamt verneint die Frage. Der Entwurfsbeschluss sei ja bereits im Juni 2016 vom Stadtentwicklungsausschuss gefasst worden. Doris Brinkmann (SPD) schlägt vor, ein Verkehrsleitsystem für das Gebiet rund um den Obersee zu entwickeln. „Der Ausbau des Parkplatzes am Viadukt kommt“, teilt Schadt mit. Mehrfach überarbeitet wurde das Lärmschutzkonzept. Ein Gutachter hat festgestellt, dass eine Schallschutzwand und eine Riegelbebauung mit Mehrfamilienhäusern zur Engerschen Straße hin ausreichend sind, um im gesamten Plangebiet gesunde Wohnverhältnisse zu schaffen. „Wir haben die Lärmschutzwand geringfügig zurückgenommen“, sagt Anja Rosenträger vom Planungsbüro. Die Altlasten nach Abbruch der Fabrikgebäude würden keine Gefahr darstellen. Beim Eingriff in den Baumbestand seien keine schutzwürdigen Arten betroffen. Nach Berechnungen eines Schallgutachters hält der benachbarte Hotel- und Restaurantbetrieb den Immissionsrichtwert ein. Er hatte 2016 einen Antrag zur Umnutzung des Kottens in der Loheide 35 gestellt, um darin eine Seminar- und Tagungsstätte einzurichten. Aufgrund ausstehender Nachweise, konnte noch keine Genehmigung erteilt werden.

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