Alles Kämpfen hat nicht geholfen - die ortsbildprägende Eiche am Braker Stellwerk ist am Wochenende gefällt worden. - © Privat
Alles Kämpfen hat nicht geholfen - die ortsbildprägende Eiche am Braker Stellwerk ist am Wochenende gefällt worden. | © Privat

Bielefeld Die Braker haben um ihre riesige Eiche gekämpft - und verloren

Trotz Protest: Am Freitag wurde die riesige, 100 Jahre alte Doppeleiche am Stellwerk in Brake gefällt

Alexandra Buck

Bielefeld. Sie haben um ihre geliebte Doppeleiche gekämpft - und verloren. Nach einer wochenlangen Auseinandersetzung in Brake ist der alte Baum nun entgültig gefällt worden. Wie auf der Homepage bielefelder-bäume berichtet, ist die Doppeleiche an diesem Freitag gefällt worden. Die Eiche, die als „Zweistämmebaum" bezeichnet wird, ist mehr als 100 Jahre alt. Vielen Brakern ist sie ans Herz gewachsen. Auch die Bezirkspolitiker hatten sich mit dem Thema beschäftigt. In einer Anfrage wollten die Linken wissen, wann ein Baum als Naturdenkmal geschützt werden kann. Dazu hieß es in einer Stellungnahme des Umweltamtes: „Die Beurteilung der Schutzwürdigkeit eines Baumes wird anhand der Bewertungskriterien Stammumfang, Alter und Erscheinungsbild festgelegt." Zusätzlich werde das Kriterium „Besonderheit" betrachtet. Es geht hier um die Bedeutung des Grüns für das Ortsbild. Im Stadtbezirk Heepen sind 68 Bäume als Naturdenkmal festgesetzt. „Ich würde die Eiche sehr gerne erhalten. Da die Wurzeln in die Baugrube hineinragen, geht es jedoch nicht", erklärte seinerzeit der Investor. Der Baum stand nur einen Meter von der Baugrube entfernt. Auf dem rund 883 Meter großen Grundstück an der Maagshofstraße sollen vier Reihenhäuser für vier Familien errichtet werden. Besonders schade: Mit der Fällung der Eiche haben die Gäste des Biergartens der benachbarten Gaststätte keinen Schatten mehr. 2006 war die Eiche als "nicht erhaltenswert" im Bebauungsplan eingetragen gewesen. Umweltamtsleiter Martin Wörmann erklärte, dass es keine Baumschutzsatzung mehr in Bielefeld gebe. Auf Facebook merkt eine Userin an: "Ich erinnere mich, dass vor etwa 25 Jahren eine Bebauung des Grundstücks nicht möglich war, gerade wegen dieser Eichen, sie hätten die Zufahrt versperrt, standen aber damals unter Schutz. Seltsam... heute sind sie noch genauso gesund."

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