Uganda Hilfsprojekt v. li.:Markus Hildenhagen, Bernhard Siegel und Heidrun Hildenhagen. - © Wolfgang Rudolf
Uganda Hilfsprojekt v. li.:Markus Hildenhagen, Bernhard Siegel und Heidrun Hildenhagen. | © Wolfgang Rudolf

Oldentrup 100 Fahrräder für Uganda

Heidrun und Markus Hildenhagen aus Oldentrup haben Sammlung gestartet

Ariane Mönikes

Oldentrup. Heidrun Hildenhagen will anpacken und helfen. Sie und ihr Mann Markus Hildenhagen, Pfarrer in Oldentrup und Heepen, sind im Vorstand von FABIO Deutschland. Die First African Bicycle Information Organisation, abgekürzt FABIO, wurde 1997 in Uganda gegründet, seit diesem Jahr gibt's den Verein auch in Deutschland. Für ein Werkstattprojekt suchen die beiden jetzt gebrauchte Fahrräder. Die sollen nach Uganda verschifft werden. Den Anstoß dazu gab Heidrun Hildenhagens Sohn Georg Siegel. Der 30-Jährige lebt seit Juli mit seiner Familie in Jinja in Uganda und hatte schon während seines Studiums der Afrika-Wissenschaften in Leipzig die Organisation FABIO entdeckt und ein Vierteljahr in Uganda gearbeitet. Der Gedanke, mit Fahrrädern auf dem Land und in der Stadt Entwicklungshilfe zu leisten, sei für ihn so faszinierend gewesen, dass er in Deutschland um Unterstützung warb, erzählt Hildenhagen. Immer wenn er konnte, reiste er nach Jinja. Siegel sammelte Geld für die Ausrüstung einer Werkstatt, die Arbeits- und Ausbildungsplätze ermöglichen soll, und kümmerte sich um gut gebrauchte Räder. FABIO hat sich auf den nicht-motorisierten Transport spezialisiert und nutzt das Fahrrad als wirkungsvolles und nachhaltiges Werkzeug zur Armutsbekämpfung. Manche Schüler würden mehr als drei bis vier Stunden täglich damit verbringen, zur Schule und zurückzulaufen. Da sie zusätzlich noch vor der Schule zu Hause arbeiten müssen, kommen sie oft zu spät oder gar nicht zur Schule, weiß Heidrun Hildenhagen. "Wir wollen es ihnen ermöglichen, ein eigenes Fahrrad zu besitzen." So hätten die Schüler überhaupt erst eine richtige Chance auf Bildung. Hildenhagens Ziel ist es, noch in diesem Jahr einen Container voller Fahrräder nach Uganda zu bringen. 100 möchte sie zusammenbekommen. Ein paar Räder hat sie schon gesammelt, aber die reichen nicht aus, sagt sie. Deshalb bittet sie um Fahrradspenden. "Ich hole die Räder auch ab, wenn sie nicht gebracht werden können." Bis Ende des Monats geht die Sammelaktion. Bis Oktober will Hildenhagen dann auch mit Hilfe von FABIO Deutschland, Brot für die Welt, dem Entwicklungshilfe-Ministerium sowie einer Spedition in Hamburg einen Container kaufen, ihn beladen und auf die achtwöchige Reise über Kenias Hafen Mombasa schicken. Fahrräder sind einfach zu fahren und zu warten, erklärt Heidrun Hildenhagen. Dazu kommt, dass Räder in Afrika mehr als nur Fortbewegungsmittel sind: Sie transportieren Waren zum Markt, sind als Krankentransport oder Fahrradtaxi unterwegs und sichern ihrer Familie somit ihr Einkommen. "Entwicklungshilfe ist nur gut, wenn sie Hilfe zur Selbsthilfe ist", sagt Hildenhagen. Sie hofft, dass sich möglichst viele Spender bei ihr melden. Die Räder können im Carport der Hildenhagens an der Hillegosser Straße 206 abgegeben werden. Weitere Infos unter Tel. (01 77) 4 27 85 03.

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