Künstlerische Freiheit: Stolz präsentieren die Kinder gemeinsam mit Guido Kopkow (3. v. l.) Karl-Heinz, Antje und Charlotte Pietsch ihre Arbeiten. - © Foto: Felix Boche
Künstlerische Freiheit: Stolz präsentieren die Kinder gemeinsam mit Guido Kopkow (3. v. l.) Karl-Heinz, Antje und Charlotte Pietsch ihre Arbeiten. | © Foto: Felix Boche

Brake Ein Workshop für Hochbegabte

Felix Boche

Brake. Inklusion ist als Begriff in aller Munde - Kinder müssen da abgeholt und gefördert werden, wo sie stehen. Diese Förderung ist aber nicht nur bei Kindern mit einem Defizit notwendig, sondern auch Mädchen und Jungen mit einem überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten brauchen besondere Aufmerksamkeit. Die Deutsche Gesellschaft für hochbegabte Kinder (DGHK) hat sich dieser Förderung angenommen und bietet Workshops für betroffene Kinder und Gesprächsangebote für interessierte Eltern an. "Viele Eltern suchen Unterstützung, besonders, wenn es um schulische Fragen geht", sagt Hildegard Cramer von der DGHK. "Ich möchte mit der Arbeit hier versuchen zu verhindern, was meine Kinder erfahren haben", so Guido Kopkow, der selbst hochbegabte Kinder großgezogen hat. Überforderte Lehrkräfte auf der einen Seite und Mobbing unter den Schülern auf der anderen Seite seien häufige Probleme. "Lehrer müssen für die Inklusion hochbegabter Kinder sensibilisiert und geschult werden", erläutert Kopkow eins der Ziele. Cramer beschreibt, dass nicht selten körperliche und seelische Probleme bei den Kindern auftreten können. Um dieser Entwicklung vorzubeugen, sind die Ziele dreigliedrig gesteckt: Die betroffenen Eltern zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch zusammenbringen, die Kinder auch abseits des normalen Systems zu fördern und bildungspolitisch etwas zu bewirken. Familie Pietsch aus Brake liegt das Thema ebenfalls am Herzen. Sie bietet bei dem Unternehmen TK-Oberfläche einen besonderen Workshop an: Mit Farbpulvern aus der Oberflächenbeschichtung können sich die Kinder in der Werkhalle kreativ austoben. Cramer und Kopkow sind dankbar für dieses Angebot, zumal es auch aus eigener Initiative kam. "Die Kinder brauchen nicht nur kognitive Förderung, sondern auch handwerklich und kreative Möglichkeiten der Entfaltung", so Cramer. Bei diesen Workshops sollen die Kinder das machen können, was im normalen Schulalltag nicht möglich ist. Jedes Kind kann  sein eigenes Potenzial nutzen. "Die Kinder können mit einem Bauplan nicht viel anfangen - sie brauchen die Freiheit", sagt Kopkow überzeugt. "Oftmals sind die Kinder sehr eigenständig und haben Probleme mit festen Regeln", so Antje Pietsch. Sie ist begeistert, wie schnell die Kinder nach einer kurzen Einführung selbstständig tätig werden. Auch Thorsten Dröge hat sein Kind für diesen Workshop angemeldet und ist von den glücklichen Teilnehmern begeistert. "Ohne große Erwartungen macht man mit und wird sehr überrascht - mein Kind blüht richtig auf", sagt er. Der Spaß bei den Kindern sei da und Gleichgesinnte werden zusammengeführt. Für die Workshops kommen Familien aus allen Teilen der Region zusammen. Zum Familientag am 30. Mai im Gemeindezentrum Stieghorst sind darüber hinaus Interessierte willkommen.

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