Lehrerin Dörte Klinkert (r.) begleitet die Trommlerinnen Natalie (10) und Celina (9), während die anderen Kinder der Musikklasse ihren Gästen Johannes Strzyzewski, Martin Homann, Hans Irmer, Christina Rathmer, Frank Oberschelp und Klaus Hohnke (hinten v. l.) zeigen, was sie bereits gelernt haben. - © FOTO: BJÖRN PRÜSSNER
Lehrerin Dörte Klinkert (r.) begleitet die Trommlerinnen Natalie (10) und Celina (9), während die anderen Kinder der Musikklasse ihren Gästen Johannes Strzyzewski, Martin Homann, Hans Irmer, Christina Rathmer, Frank Oberschelp und Klaus Hohnke (hinten v. l.) zeigen, was sie bereits gelernt haben. | © FOTO: BJÖRN PRÜSSNER

Baumheide Musikerziehung von Anfang an

Projekt von MuKu und Wellbachschule kommt an

Baumheide (bjp). "Ich bin knallrot im Gesicht geworden", tönt es von hinter dem Keyboard. Didem ist sichtlich aufgeregt, als sie vor so vielen Leuten das Stück spielen soll, das sie und ihre Mitschüler in den vergangenen Wochen eingeübt haben. Ihr Publikum: Vertreter von Wellbachschule und Musik- und Kunstschule, die seit Sommer Instrumentenkurse als Schulfächer anbieten.

Darin lernen die Kinder, betreut von vier Lehrern der Musik- und Kunstschule unter anderem Gitarre, Blockflöte oder Keyboard zu spielen. Das Angebot soll die frühe musikalische Erziehung ergänzen, die an der Baumheider Grundschule mit Elementarunterricht schon in der ersten Klasse beginnt. "Ohne die Kapazitäten und fachlichen Kompetenzen der Musik- und Kunstschule wäre dieses Angebot nicht realisierbar", sagt Martin Homann, Rektor der Wellbachschule.

50 von über 300 Kindern aus allen Jahrgängen besuchen die "Intensivklassen" derzeit schon, außerdem betreut Lehrerin Dörte Klinkert mehrere Chöre ab dem 2. Schuljahr. "Im Gegensatz zum regulären Musikunterricht kann ich in den Instrumentenklassen jeden technischen Aspekt erklären", erklärt Frank Oberschelp, stellvertretender MuKu-Direktor, die Vorteile des Projekts.

Mit Mitteln aus dem Förderpaket Bildung und Teilhabe, sowie über eine Spende der Böllhoff-Stiftung schaffte die Schule mehrere Instrumente an, weitere Kosten werden von den Eltern getragen. "Dieses Gesetz ermöglicht vor allem ärmeren Familien im Stadtteil, ihre Kinder früh musikalisch zu fördern. Weil sie sich reguläre Kurse oft nicht leisten können, mussten wir sie auch ein Stück weit darauf stoßen", sagt Schulsozialarbeiter Klaus Hohnke. Der Erfolg des Projektes bestehe also auch in den Gesprächen und der Beratung der Eltern.

Ein Instrument zu erlernen stelle außerdem ein Erfolgserlebnis dar, das so im Unterrichtsalltag nicht vorkomme, sagt Hohnke. Weil viele Kinder ihre Instrumente mittlerweile selbst gekauft haben, können sie auch zuhause weiter üben. "Meine Schwester singt und ich trommle dann dazu", berichtet Natalie, 10, stolz.

Zum Ende des Schuljahres stellen die Jungmusiker außerdem ein Konzert auf die Beine, bei dem sie ihren Eltern zeigen können, was sie im Unterricht gelernt haben.

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