Voller Äste: Das Regenrückhaltebecken Meyerbach an der Potsdamer Straße. Das sah schon vor Sturm "Friederike" so aus. - © Barbara Franke
Voller Äste: Das Regenrückhaltebecken Meyerbach an der Potsdamer Straße. Das sah schon vor Sturm "Friederike" so aus. | © Barbara Franke

Oldentrup Wegen überschwemmter Wege sind Anwohner sauer auf die Stadt

Das Regenrückhaltebecken an der Potsdamer Straße ist voller Äste und Schotter, die Wege drumherum sind nicht mehr begehbar. "Die Stadt macht nichts", sagt Annegret Witte

Ariane Mönikes

Oldentrup. Mehrmals am Tag geht Annegret Witte mit ihrem Pudel Chico spazieren. In letzter Zeit allerdings nicht mehr sonderlich gerne - was nicht an ihrem Chico liegt. Die 69-Jährige ist richtig sauer auf die Stadt. Denn das Gebiet rund um den Meyerbach - nördlich der Potsdamer Straße - ist nicht mehr das, was es einmal war. "Wenn es regnet, kann man auf den Wegen nicht mehr langgehen", sagt sie. Sie vermutet, dass eine Drainage nicht mehr so funktioniere, wie sie soll. "Wir stehen hier im Sumpf". Am Wochenende wollte sie mit ihrem Enkelkind im Kinderwagen dort spazieren gehen, sie hätte aber keine Chance gehabt. "Das Wasser fließt nur so auf den Wegen." Witte hat sich schon bei der Stadt beschwert, da hätte sich aber niemand zuständig gefühlt. "So geht es nicht weiter" "Der Herr am Telefon war sehr nett, aber getan hat sich hier nichts." Ein geschotterter Weg würde den Anwohnern ja schon reichen. Aber so gehe es hier nicht weiter. "Wir haben doch schon so wenig Natur hier in Oldentrup, irgendwo müssen wir doch mit unseren Hunden lang", sagt Witte. Man habe das Gefühl, Oldentrup werde im Rathaus gerne mal vergessen. Annegret Witte ist nicht die einzige, die sich ärgert. Auch Lidia Kunz, die seit einem Jahr in der Nähe wohnt, geht in dem Gebiet regelmäßig mit ihrem Hund spazieren. Regnet es, könne sie dort nicht lang gehen. Ein Weg, der von der Grundschule Oldentrup zu den Tennisplätzen führt, könnte gar nicht mehr genutzt werden. "Sind richtig wütend" Werner Streibel ärgert sich darüber ganz besonders. Er spielt im VfL Oldentrup Tennis, vor zwei Jahren hat er mit anderen Tennisfreunden vier Tonnen Schotter auf dem Weg verteilt. Alles in Eigenleistung. Jetzt aber liegen quer über dem Weg Bäume und Äste, Fußgänger können ihn unmöglich passieren. "Das macht uns richtig wütend", sagt er. Denn diejenigen, die nicht so gut zu Fuß seien, müssten jetzt einen längeren Weg nehmen. Die Wege sind allerdings nicht das einzige Problem, über die sich die Oldentruper ärgern. Auch das Regenrückhaltebecken Meyerbach sei in einem schlechten Zustand, sagen sie. Im vergangenen Jahr sei das Becken entschlammt worden. Jetzt ist es voller Äste, Schutt und Baumkronen. Ein rostiger Einkaufswagen liegt noch am Rand. Wasser fließt nicht ab Durch den Abfluss, der gelegt worden sei, fließe das Wasser nicht vernünftig ab. "Da ist sicher viel Geld für ausgegeben worden", sagt Streibel. Aber es wirke so, als seien die Arbeiten nicht zu Ende ausgeführt worden. Den Eindruck haben auch die anderen Anwohner. Stefan Meyer vom Umweltbetrieb der Stadt hat gegenüber der Neuen Westfälischen erklärt, dass sich die Kollegen die Problematik vor Ort ansehen werden. Die Oldentruper hoffen, dass jetzt was passiert. Witte: "Wir wollen, dass sich jemand kümmert und unser Anliegen ernst nimmt." Da können ihr die anderen nur zustimmen. "Die Nachbarschaft funktioniert in Oldentrup, hier stehen alle hinter der Sache."

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