Im Nord-Osten der Stadt soll eine neue Verkehrsader entstehen. - © Andreas Frücht
Im Nord-Osten der Stadt soll eine neue Verkehrsader entstehen. | © Andreas Frücht

Brake Neue Verkehrsader im Nordosten von Bielefeld entsteht

Grafenheider Straße: 2019 geht der Ausbau an der Fehmarnstraße weiter. Langfristig soll eine Verkehrsverbindung zwischen der Engerschen Straße und der A2 entstehen

Sebastian Kaiser

Brake. Der Bau der L712n, der vierspurige Ausbau der Herforder Straße zwischen Rabenhof und Milse sowie der Ausbau der Grafenheider Straße zwischen Herforder und Engerscher Straße gehören seit rund zwei Jahrzehnten zu den größten Straßenbauprojekten im Nordosten der Stadt. Jetzt geht es mit dem Vorhaben ein Stück voran. Nachdem das Verwaltungsgericht Minden den Planfeststellungsbeschluss für die L 712n bestätigt und die Klagen von Anwohnern abgewiesen hat, ist der Weg frei für die Verlängerung der Ostwestfalenstraße von Altenhagen bis zur Herforder Straße. Auch die weitere Verlängerung des Verkehrsweges durch den Aus- und Neubau der Grafenheider Straße steht nun an. Damit könnte eine Verbindung zwischen der A2 und der Engerschen Straße entstehen, die sowohl die Ortskerne von Milse wie auch von Brake entlastet. Für die Landesstraße 712n gibt es noch keine Bautermine. Für den Ausbau der Herforder Straße soll in diesem Jahr das Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden. Gebaut werden könnte ab 2020, so Hans-Werner Klemme, der im Amt für Verkehr für Verkehrswegeplanung zuständig ist. Der nächste Abschnitt der Grafenheider Straße könnte bereits ab 2019 gebaut werden. Zwischen Bahnlinie und Fehmarnstraße ist die Grafenheide bereits erneuert worden, nun geht es an der Fehmarnstraße weiter. Dort steht im Einmündungsbereich noch eine alter Bauernhof. Den will die Stadt nun mitsamt den Nebengebäuden abreißen lassen, um Platz für einen Kreisverkehr zu schaffen. "Südlich der Grafenheider Straße liegt der Neue Friedhof Brake. Platz für den Kreisverkehr gibt es daher nur nördlich der Straße", sagt Klemme. Vom Kreisel aus soll die Grafenheider Straße dann über eine neue Trasse auf einer Länge von rund 900 Metern quer über Ackerflächen direkt zur Engerschen Straße verlaufen. Dort mündet sie in einen Kreisverkehr, der ebenfalls neu gebaut werden muss. "Für das Baugebiet Brake West bleibt nördlich der neuen Trasse Platz", sagt Klemme. Die Pläne für das Baugebiet waren 2010 bereits so gut wie fertig, als das Vorhaben politisch gestoppt wurde. Seit 2016 gibt es Bestrebungen, es wieder aufleben zu lassen, um Raum für neue Wohnungen zu schaffen. Die Kosten für den neuen Abschnitt der Grafenheider Straße sowie für die beiden Kreisverkehre belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Die Stadt hofft, dass sich das Land daran mit 65 Prozent beteiligt. Damit wäre die Grafenheider Straße zwischen der Engerschen Straße und dem Bahndamm ausgebaut und würde sowohl den Braker Ortskern entlasten wie auch die Anbindung des Gewerbegebietes im Süden des Stadtteils verbessern. Für den Abschnitt zwischen Bahndamm und Fehmarnstraße gibt es bereits eine Verkehrsprognose. 9.000 bis 13.000 Fahrzeuge sollen dort täglich rollen - aber erst, wenn die Ostwestfalenstraße verlängert worden und auch die Grafenheider Straße zwischen Herforder Straße und Bahn ausgebaut worden ist. Für den letzten Ausbauabschnitt der Grafenheider hat das Amt für Verkehr bereits eine Umweltverträglichkeitsstudie erarbeiten lassen. Auch eine sogenannte Vorzugstrasse wurde festgelegt. Denn auch in diesem Bereich geht es um einen Neubau der Straße, die dann südlich der heutigen Strecke verlaufen soll. Sie soll an der Bahnunterführung auf den bereits fertigen Abschnitt der Grafenheide Straße treffen. Ein Planfeststellungsverfahren für die neue Trasse steht aber noch aus. Die Pläne für die Grafenheider Straße werden im März in der Bezirksvertretung Heepen beraten. Um den Abriss der Hofstelle geht es am 16. Januar im ISB-Betriebsausschuss.

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