Auf dem Land: Henning Schnittger und Kollege Bernhard Nalbach (links) mit Einheimischen. - © FOTO: NW
Auf dem Land: Henning Schnittger und Kollege Bernhard Nalbach (links) mit Einheimischen. | © FOTO: NW

Heepen Arzt unterstützt Kliniken in Äthiopien

Der Heeper Henning Schnittger hat eine Woche Entwicklungshilfe geleistet / Neue Projekte angeschoben

Ariane Mönikes

Heepen. Mission im Osten Afrikas: Eine Woche lang hat der Heeper Arzt Henning Schnittger jetzt Entwicklungshilfe in Äthiopien geleistet. Der 53-Jährige war mit Mitgliedern der Äthiopienhilfe Steinheim, der er seit Jahren angehört, vor Ort, um die Kliniken Burat, Dakuna und Galiye Rogda zu besuchen und den Kranken zu helfen. Waren die Projekte des Vereins bislang rein medizinisch ausgelegt, haben die Mitglieder sich nun ein neues Ziel gesteckt: den Menschen eine Existenzbasis zu schaffen. "Wir werden jetzt ein Projekt speziell für Frauen unterstützen", sagt Schnittger, der bereits das vierte Mal vor Ort war. Ihnen gehe es darum, den Frauen eine Möglichkeit zu geben, selbst Geld zu verdienen. "Wir wollen ihre Selbstständigkeit fördern, damit sie sich und ihre Familien auch auf lange Sicht versorgen können", sagt Schnittger.Jede Frau bekam 25 Euro Die Idee kam den Helfern um Schnittger bei einem Besuch in Burat: 71 Frauen hatten sich dort zusammengetan, um gemeinsam nach Wegen zu suchen, die Familien durchzubringen. Jede der Frauen bekommt von der Äthiopienhilfe nun 500 Birr (ca. 25 Euro), in sechs Monaten kommt derselbe Betrag noch mal dazu. Ein Teil der Frauen kauft sich von dem Geld Töpfermaterialien, um vom Verkauf der Schalen und Krüge zu leben. Eine zweite Gruppe kauft von dem Geld Getreide aus den umliegenden Dörfern ein, das zunächst eingelagert wird, um es anschließend bei gestiegener Nachfrage zu verkaufen. Obwohl das Hauptaugenmerk der Äthiopienhilfe Steinheim immer noch auf der medizinischen Hilfe in den Dorfkliniken liegt, sei der Wunsch entstanden, auch anderweitig zu helfen, sagt Schnittger. Denn es fehlt an allem: "Viele Menschen können sich dort keine zweite Mahlzeit am Tag leisten", sagt er. Weil in der Klinik in Burat mittlerweile stabile Verhältnisse herrschen, konnte vor zwei Jahren eine weitere Klinik in Dakuna und vergangenes Jahr eine in Galiye Rogda in das Projekt integriert werden.Medizinische Versorgung gesichert Die Klinik in Burat erhält jährlich 20.000 Euro, womit die gesamten Kosten getragen werden können. Die Klinik Dakuna bekommt 17.000 Euro, nach Galiye Rogda gehen 10.000 Euro. "So wird die medizinische Versorgung von rund 40.000 Patienten in den armen ländlichen Regionen gesichert." Der Verein kümmere sich weiterhin auch um die Aus- und Weiterbildung von medizinischen Helfern vor Ort, zahlt diesen die Aus- und Weiterbildung. Daneben werden noch einzelne Kleinprojekte wie die Unterstützung von Waisenkindern sowie Augen- und Gebärmutteroperationen finanziert. Am Samstag, 9. Mai, lädt die Äthiopienhilfe Steinheim um 19 Uhr zum Äthiopienabend ins Gemeindehaus Heepen, Vogteistraße 5, ein. Die Mitglieder werden Fotos und Videos von ihrem Projekt zeigen. Weitere Infos zum Verein im Internet unter www.aethiopienhilfe-steinheim.de

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