Gadderbaum Auf dem Denkmal fürs Freibad

Kinder drücken ihren Protest aus – Förderverein organisiert Aktion

VON KURT EHMKE
Das Wort sagen Emma und Charlotte, v. l., gerne beim Blick auf das Freibad. Sie wollen hier weiter schwimmen (lernen) und Freunde treffen. "Ich wäre traurig, wenn es kaputt wäre", sagen beide. - © FOTO: KURT EHMKE
Das Wort sagen Emma und Charlotte, v. l., gerne beim Blick auf das Freibad. Sie wollen hier weiter schwimmen (lernen) und Freunde treffen. "Ich wäre traurig, wenn es kaputt wäre", sagen beide. | © FOTO: KURT EHMKE

Gadderbaum. Die Kinder sind verwundert: Sie sollen auf ein Podest steigen und dürfen sagen, was sie vom geplanten Aus des Gadderbaumer Freibades halten. Sie sind wichtig. Sie klettern auf das "ICH-Denkmal", welches der Förderverein des Bades organisiert und in der Kita Lichtblick aufgestellt hat. Einig sind sie sich: "Wir wollen unser Bad heile", sagen sie.

Gestern ging es los: Hannelore Pfaff vom Förderverein hatte das Denkmal aufgestellt, bis Dienstag soll es in der Kita stehen. Die Kinder werden – mit dem Einverständnis ihrer Eltern – fotografiert. Sie zeigen Schilder, die ihre Meinung ausdrücken: "Ich treffe meine Freunde im Freibad" – "Ich liebe mein Freibad" – "Ich wünsche mir ein heiles Freibad." Pfaff: "Ich versuche, die Fotos aller Kinder in Geschäften in Gadderbaum, vor allem am Betheleck, in die Schaufenster stellen zu dürfen."

25 Kinder sind schon dabei, viele weitere folgen. "Ich hoffe, das Denkmal in allen Kitas aufstellen zu dürfen", sagt Pfaff. In der Kita Lichtblick gab es sofort grünes Licht. Erzieherin Sigrid Pusch: "Wir sind eine alteingesessene Kita – hier haben wir Mitarbeiter, Eltern und Kinder die alle, oft schon seit Jahren, regelmäßig ins Freibad gehen." Deshalb müsse es erhalten werden, so die Haltung der Bethel-Kita. "Wir sind unendlich traurig darüber, dass es Schließungsgespräche gibt."

Traurig, eher wütend, sind auch viele Eltern und Kinder. Manuela Hans(42) sagt: "Der Abriss kostet ja auch Geld – und wenn man durch einen Blitzer an der Autobahn 6,5 Millionen Euro einnimmt, kann man auch das Bad sanieren; es geht einfach nicht, dass beim Sparen zuerst immer an Bäder gedacht wird." Das Freibad sei wichtig, ein Stadtteilbad ohne Alternative. Das sieht Güley Polat (40) genauso, sie sagt. "Über 30 Jahre lang wurde nichts getan – und dann ist alles kaputt und es wird gesagt, dass es nun geschlossen werden muss; so geht’s nun wirklich nicht."

Emma (5) ist enttäuscht: "Ich habe noch kein Seepferdchen und will das im Freibad machen." Am liebsten mit Mami und Papi am Beckenrand, "denn mit denen gehe ich da immer hin". Charlotte (5) hat das Seepferdchen bereits, aber auch sie ist traurig, sie sagt: "Ich bin jetzt am liebsten im großen Becken, vor allem mit meinen Freunden."

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