106. Geburtstag: Grete Möntmann. - © Wolfgang Rudolf
106. Geburtstag: Grete Möntmann. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Glückwunsch zum Geburtstag: Das ist die drittälteste Bielefelderin

Grete Möntmann feierte jetzt im heimischen Wohnzimmer Geburtstag

Bielefeld-Gadderbaum (axl). "Mutti ist ein sehr positiver Mensch, sie war schon immer lebensbejahend", erzählt Inge Wehrbein: "Vielleicht ist das ihr Rezept für so eine lange Gesundheit." Mit "Mutti" meint Inge Wehrbein ihre Mutter Grete Möntmann, die am Montag ihren 106. Geburtstag feierte und damit zu den ältesten Einwohnern Bielefelds gehört. Gemeinsam mit der Familie, mit ihren Freunden und Kollegen vom Sozialverband feierte Grete Möntmann in gemütlicher Runde im heimischen Wohnzimmer. Die vergangenen Jahre, ihre Jugend und ihr Leben in Bielefeld, von denen Grete Möntmann so gerne erzählt, waren sehr bewegt. 1911 in Bielefeld geboren, wuchs Grete Möntmann noch unter kaiserlicher Herrschaft auf. In jungen Jahren - "da war sie keine 20 Jahre alt", so Tochter Inge Wehrbein - lernte Grete Möntmann ihren späteren Mann Friedel auf einer Jugendreise nach Wien kennen. Die beiden heirateten 1935, ehe der Zweite Weltkrieg die junge Liebe trennte. In den Kriegsjahren erhielt Grete Möntmann die Nachricht, dass ihr Mann Friedel vermisst sei. "Seitdem hat sie große Angst vor dem Wort 'vergessen'", so Inge Wehrbein: "Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt." So mussten Grete Möntmann und Tochter Inge die Nachkriegsjahre zu zweit durchstehen, hielten sich mit einfachen Strick-Arbeiten im Tausch gegen Kartoffeln oder Brot über Wasser. Als Tochter Inge Anfang der 1950er Jahre schließlich eine kaufmännische Lehre in Bielefeld begann, zogen beide von Bieren nach Bielefeld. Grete Möntmann half später im Blumengeschäft der Tochter mit und engagierte sich im Sozialverband - dort wurde sie in diesem Jahr für 70-jährige Mitgliedschaft geehrt. "Sie muss eine der ersten Mitglieder hier in Bielefeld gewesen sein", sagt Tochter Inge Wehrbein. Trotz so mancher Schicksalsschläge und schwieriger Jahre habe sie ihren Lebensmut und ihre Lebensfreude nie verloren. An ihrem 95. Geburtstag reiste sie sogar mit Tochter und Schwiegersohn nach Teneriffa - ihr erster Flug, den sie mit den Worten "Ach, das ist aber schön" kommentierte. Besonders das Reisen und Fotografieren und der Kontakt mit Menschen sei es, was ihr immer viel Spaß gemacht habe. Noch immer wohnt Grete Möntmann in ihrer eigenen Wohnung in Gadderbaum. Enkelin Petra, die ebenso im Haus wohnt, hilft beim Bewältigen des Alltags. "Wirklich etwas Besonderes, so alt zu werden", staunt Tochter Inge Wehrbein immer wieder.

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