Modelle wie diese waren am Wochenende im Freibad Gadderbaum zu sehen. - © Foto: Christian Weische
Modelle wie diese waren am Wochenende im Freibad Gadderbaum zu sehen. | © Foto: Christian Weische

Bielefeld Kutter, Kähne & Co. im Gadderbaumer Freibad

Flug- und Schiffsmodellclub Bielefeld zeigt seine Modelle

Christine Panhorst

Bielefeld. Die Boote dümpeln oder düsen übers Wasser. Fischkutter, Hafenschlepper, Segeljachten und nostalgische Raddampfer durchkreuzen das Becken im Gadderbaumer Freibad. Das Wasser plätschert in kleinen Wellen zum Schwimmbadrand von den Manövern der Schiffsführer aufgewühlt. Die stehen mit Fernbedienung an Rand und präsentieren ihre Lieblinge den Besuchern beim Schaufahren des Flug- und Schiffsmodellclubs (FSMC) Bielefeld. Der Anlass: 35 Jahre Bootsliebe. Was die Boote, die in Reihe auf den Tischen quasi im Trockendock liegen, ihren Machern bedeuten, drückt sich im Detail aus: Auf einem Raddampfer sonnen sich Miniaturtouristen an Deck, daneben tanzen Pärchen, ebenfalls nur wenige Zentimeter groß. Manche Schiffsmodellbauer haben ihre Lieblinge mit originalgetreuen Anstrichen museumsreif auf Hochglanz poliert. Glaskästen schützen die Kostbarkeiten. Ein Boot ist ganz aus abgebrannten Streichhölzern zusammengesetzt. Ein anderes lässt, nachdem es im Freibadbecken zu Wasser gelassen wurde, das Schiffshorn ertönen. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft, die am Sonntagvormittag mitten im Bethel-Stadtteil mit ihren seetüchtigen Fahrzeugen auf Jungfernfahrt geht. Als 13-Jähriger angefangen „Eigentlich fahren wir immer sonntags, wenn das Wetter passt auf dem Gadderbaumer Teich um die Ecke", sagt Jörg Hausmann. Er ist seit 25 Jahren Vereinsvorsitzer, seit mehr als 30 Jahren dabei – fast so lange, wie es den Verein jetzt gibt. „Ich habe als 13-Jähriger angefangen." Hausmann verfiel dem Tüfteln, denn das mache einen Großteil des Hobby Modellboot aus. Die Mitglieder sind Elektriker, Zimmerleute, Lackierer und alle „ein bisschen Ingenieure", sagt Hausmann. Vereinskassenwart Markus Brinkmann hat als Zimmermann früher selbst Bootsrümpfe gebaut. Heute baut er statt im Großformat im Modell. „Verantwortlich für die Technik ist allerdings meine Frau", sagt Brinkmann. Frau Simone ist gelernte Uhrmacherin und Systemelektronikerin. Auch Nachwuchs für die Bootsleidenschaft des Paares gibt es: Sohn René (7) steuert gerade ein kleines Motorboot und hat aus Versehen ein Modellteil versenkt. Das liegt jetzt auf dem Beckengrund. Nicht schlimm. Das Nachbessern und Optimieren von Technik und Ausstattung gehöre ohnehin zum Hobby, sagt Hausmann. Die Kosten pro Boot? „Das kann schon einmal vierstellig werden." Modellflieger werden weniger Aber wo sind eigentlich die Modellflugzeuge? „Modellflieger haben wir kaum noch. Da sind die Auflagen inzwischen so streng, dass das keinen Spaß mehr macht." Den Himmel haben die Modellbauer den Drohnen überlassen müssen.

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