Bodelschwinghschule: Hier lernen zurzeit Real-, Sekundar- und Gymnasialschüler in einem Komplex. Der wird nun gravierende Veränderungen erleben – für den Erhalt der Sekundarschule. - © Jens Reddeker
Bodelschwinghschule: Hier lernen zurzeit Real-, Sekundar- und Gymnasialschüler in einem Komplex. Der wird nun gravierende Veränderungen erleben – für den Erhalt der Sekundarschule. | © Jens Reddeker

Bielefeld Sekundarschule in Bethel: Ab jetzt wird geplant

Bodelschwinghschulen vor Umbruch: Für die verkleinerte Bethel-Schullandschaft zeichnen sich diverse Veränderungen ab. So soll die Oberstufe ab 2019/20 an die Rehwiese ziehen, soll neu gebaut, saniert und abgerissen werden

Kurt Ehmke

Bielefeld. Die Sekundarschule Bethel wird gerettet – und am Tag danach ist die Stimmung vielerorts sehr aufgeräumt. So in Wien. Hier weilt Barbara Manschmidt bei einer Fachtagung. Die Geschäftsführerin des Betheler Schulbereiches sagt unumwunden: „Ich freue mich sehr, dass es eine Lösung gibt und wir weiterhin eine Sekundarschule in unserer Schullandschaft haben werden." Dass diese ab 2018/19 verkleinert, also zweizügig weitergeführt werde, sei kein Nachteil. Manschmidt: „Wichtig ist, dass wir weiterhin die Durchlässigkeit an unserer Bodelschwinghschule haben werden – und die Sekundarschule weiter zum Stiftungsbereich gehört." Es sei einer ihrer Lösungsvorschläge gewesen, „ruhig etwas kleiner weiterzumachen". Großartig sei, dass die Entscheidung noch vor der Anmeldephase vom 8. bis zum 10. Februar gefallen ist. Nun gelte es, sofort loszulegen, keine Zeit zu verlieren. Manschmidt: „Wir gehen jetzt in die Bauplanung, in die Bauanträge – und erarbeiten den Zeitplan." 2019 könnte das Jahr sein, in dem Gebäude saniert und teilweise schon neu gebaut sind und die Oberstufe vom Zionswald an die Rehwiese umzieht. Offenbar geht die Reise hin zum Neubau F an der Mensa angrenzend sowie dem Abriss von Gebäude A1. Offen ist, was aus A2 wird – und wie weit hier Neubauten die Schüler aufnehmen sollen. Hinzu kommen noch Gebäudetrakte, die saniert werden müssen. Breite Mehrheit im Rat zeichnet sich ab Für die Stadt, die sich mit maximal 3,8 Millionen Euro, nach heutigem Stand wird von 3,1 Millionen Euro ausgegangen, beteiligen wird, sagt Schulverwaltungsleiter Georg Müller zurückhaltend: „Was genau mit den Gebäuden geschieht, das überlassen wir Bethel, denn es sind und bleiben ja auch Bethels Gebäude." Fakt ist, dass die noch fehlenden Beschlüsse in Bethel und auf städtischer Ebene (Rat) Formsache sind. Denn: Zur Paprika-Koalition im Rat, die nur über eine Ein-Stimmen-Mehrheit verfügt, gesellt sich breit die Opposition. CDU-Schulsprecher Marcus Kleinkes: „Wir haben ja im Schulausschuss schon unseren Teil zu dieser Lösung beigetragen und begrüßen das nun sehr." Allerdings sei ein Wermutstropfen, dass die Schule auf zwei Züge verkleinert werde und das Gymnasium auf das dauerhaft niedrige Niveau von drei Zügen festgelegt werde. „Das bedauern wir sehr." In der Einigung sein „der kleinste gemeinsame Nenner" gefunden worden. Kleinkes mahnt auch, dass nun „bei anderen Ersatzschulträgern Begehrlichkeiten geweckt werden – da müssen wir schauen, wie wir damit in der Zukunft umgehen." Sein Fazit: „Man lernt immer dazu im Leben, auch wenn man so alt ist wie Bethel. Klüger wäre gewesen, im Sommer mit dem Oberbürgermeister und der Stadt ins Gespräch zu kommen." „Alles andere hätte mehr gekostet" Die „Vertrauenssache Schule", so Kleinkes, sei beschädigt worden, „mit unglaublich hohem Energieverlust". Auch die FDP ist dabei beim Kompromiss, betont aber, dass das Geld nicht aus dem Schuletat kommen dürfe. Es werde viel Geld für Schulen benötigt – „auch in Stadtteilen, in denen die Eltern nicht so gut organisiert sind". Ebenfalls im Boot sitzt die BfB, die aber einfordert, dass die Stadt über ihren Zuschuss auch ein Mitsprache- und Mitwirkungsrecht an den Gebäudeveränderungen in Bethel haben müsse. Für die Grünen, Teil der Paprika-Koalition, sagt Jens Julkowski-Keppler: „Die Unterstützung der Stadt ist vertretbar. Nicht nur, weil alle anderen Lösungen für die Stadt teurer geworden wären, sondern auch weil wir so die bisher einzige Sekundarschule ohne Unterbrechung erhalten." Gordana Rammert von Bür-gernähe/Piraten betont, die zu-rückliegenden Monate hätten gezeigt, „dass man eine Schule nicht einfach schließen sollte, ohne im Vorfeld alle Optionen geprüft zu haben". Für die SPD, maßgeblich am Kompromiss beteiligt, sagt Holm Sternbacher: „Ich bin sehr froh, dass wir jetzt doch noch diese Gemeinsamkeit mit Bethel finden konnten – zugunsten der Eltern und Schüler." Der Ratsherr lobt: „Das hat Pit Clausen als Oberbürgermeister wirklich hervorragend gemacht."

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