In Bielefeld soll jetzt der Grundstein für ein Netzwerk zur Behandlung von übergewichtigen Kindern gelegt werden. - © Symbolfoto dpa
In Bielefeld soll jetzt der Grundstein für ein Netzwerk zur Behandlung von übergewichtigen Kindern gelegt werden. | © Symbolfoto dpa

Bielefeld In Bielefeld soll Netzwerk zur Behandlung von übergewichtigen Kindern gegründet werden

Sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland leiden an Adipositas

Bielefeld. Ernährung ist das Schwerpunktthema einer großen Fachtagung für Kinderheilkunde in Bielefeld. Zu den „Bielefelder Pädiatrietagen" am 2. und 3. Dezember werden rund 300 Ärzte und Pflegekräfte erwartet, das teilten die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel jetzt mit. Das Kinderzentrum Bethel im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld ist Veranstalter des Kongresses, der zum zweiten Mal stattfindet. Bei der Tagung solle auch der Grundstein für ein neues Netzwerk zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Adipositas gelegt werden, hieß es weiter. Adipositas, auch bekannt als Fettleibigkeit, ist eine krankhafte Form von Übergewicht. Den Angaben zufolge leiden daran sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Insgesamt gelten rund 15 Prozent als übergewichtig. Adipositas beginne in der Regel mit der genetischen Veranlagung und der Prägung des Stoffwechsels in den ersten Lebensjahren, hieß es. „Ein weiterer Auslöser ist der Bewegungsmangel in unserer modernen Welt", erläuterte der Chefarzt der Betheler Kinder- und Jugendklinik, Eckard Hamelmann, der den Anstoß für das Adipositas Netzwerk gegeben hat. Entscheidend für den Behandlungserfolg sei das Zusammenspiel von Patienten, Erziehungsberechtigten, Ärzten und Therapeuten. Die Hilfsangebote sollten sich an Kinder und Eltern gleichermaßen richten, führte Hamelmann aus. Denn der Nachwuchs orientiere sich am Ernährungsangebot zu Hause und am Vorbild der Eltern. „Eltern sollten auf regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten mit nährstoffreicher Kost achten", empfahl der Mediziner. Das Handy solle vom Esstisch verbannt werden, der Fernseher ausgeschaltet sein. Außerdem sollten Eltern auf genügend Sport und Bewegung achten. Gänzlich auf Süßes oder Fettiges müsse aber niemand verzichten: „Man sollte nicht alles verbieten, aber ein gesundes Maß festlegen", betonte Hamelmann.

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