"Reißt unsere Schule nicht auseinander":  Rund 600 Teilnehmer demonstrierten am Samstag auf dem Jahnplatz für den Erhalt der Sekundarschule in Bethel. Auch Pastor Friedrich von Bodelschwingh  (rechts) war gekommen, dargestellt von  Jochen Krössin. - © Andreas Frücht
"Reißt unsere Schule nicht auseinander":  Rund 600 Teilnehmer demonstrierten am Samstag auf dem Jahnplatz für den Erhalt der Sekundarschule in Bethel. Auch Pastor Friedrich von Bodelschwingh  (rechts) war gekommen, dargestellt von  Jochen Krössin. | © Andreas Frücht

Bielefeld Rund 600 Demonstranten protestieren gegen Schließung der Sekundarschule

Demo auf dem Jahnplatz: Sogar der alte Pastor Bodelschwingh war da: "Was habt Ihr aus meinem Bethel gemacht?"

Thomas Güntter

Bielefeld. Lautstarker Protest gegen die geplante Schließung der Sekundarschule in Bethel. Nach Angaben der Veranstalter kamen am Samstag rund 600 Teilnehmer zu einer Demonstration auf den Jahnplatz, darunter viele Kinder und Elternvertreter. Die Teilnehmer skandierten "Ja zu Sekundar". Auch der Gründer der Anstalten, der alte Pastor Friedrich von Bodelschwingh, war extra gekommen und fragte in die Runde: "Was habt Ihr aus meinem Bethel gemacht?" Bodelschwingh, der von dem Schülervater Jochen Krössin dargestellt wurde, sagte: "Nie soll der Mammon König sein". Damit spielte er auf die Finanzsituation an, die der Bethel-Vorstand zum Anlass genommen hatte die Schule zu schließen. Grund: Rund 20 Millionen Euro würden im Haushalt fehlen. Am Ende der letzten Woche hatte er allerdings beschlossen, dass die Sekundarschule ein Jahr länger bleiben kann und noch neue Kinder aufgenommen werden. Jutta Fedrowitz, Vorsitzende der Schulpflegschaft, erklärte, der Vorstand erzähle "ein Märchen", denn von den 20 Millionen Euro, die angeblich fehlten, seien 10 Millionen Euro schon für neue Gebäudeteile eingeplant. Ein Architekt, den die Eltern eingeschaltet hätten, sei zu dem Ergebnis gekommen, dass nicht 10, sondern 7 Millionen Euro fehlen würden. Die Kauffrau Christine Schäfer, die ein Kind im Gymnasium Bethel hat und eines in der Sekundarschule hat, will ein Fundraising auflegen. Die monatlichen Spendensummen für die Eltern könnten zwischen 5 und 100 Euro liegen. Die Sekundarschule wird zu 94 Prozent vom Land NRW finanziert, den Rest trägt Bethel als privater Träger. Wenn Bethel aussteigen sollte, würde die Schule der Stadt vor die Füße fallen, so Jutta Fedrowitz, denn die Schulpflicht bleibe bestehen. Am kommenden Montag wollen die Stadt und Bethel über die Frage sprechen.

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