In den 1950er und 1960er Jahren sollen noch Arzneimittelversuche an Kindern aus Betheleinrichtungen durchgeführt worden sein. - © Symbolfoto: dpa
In den 1950er und 1960er Jahren sollen noch Arzneimittelversuche an Kindern aus Betheleinrichtungen durchgeführt worden sein. | © Symbolfoto: dpa

Bielefeld/Krefeld Vorwurf: Bethel führte nach dem Krieg noch Medikamententests an Kindern durch

Studie berichtet von Versuchen mit Psychopharmaka 1958 und Antidementivum 1960

Bielefeld/Krefeld. Medikamententests an zum Teil jungen und gesunden Kindern hat es nicht nur im Dritten Reich gegeben. Wie der WDR berichtet, hat die wissenschaftliche Untersuchung einer Pharmaziedoktorandin jetzt ergeben, dass noch in den 1950er, 60er und sogar 70er Jahren Versuche mit noch nicht zugelassenen Arzneimitteln an Heimkindern durchgeführt wurden. Die Wissenschaftlerin Sylvia Wagner hat in Fachveröffentlichungen und den Archiven der Pharmakonzerne 50 Studien gefunden, die das belegen. Die von-Bodelschwinghschen-Anstalten in Bethel sind dabei auch zweimal erwähnt. Demnach wurde 1958 in Bethel das Psychopharmakon "Decentan" (Perphenazin) eingesetzt. 1960 initiierte ein Forscher Bethels die Untersuchung von 17.000 Dragees des Nootropikums "Pyrithioxin" (Encephabol) an Kindern. Nootropika sind Mittel, die eine positive Wirkung auf das zentrale Nervensystem ausüben sollen...

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