Protest für den Erhalt der Sekundarschule in Bethel. - © Andreas Zobe
Protest für den Erhalt der Sekundarschule in Bethel. | © Andreas Zobe

Bielefeld-Gadderbaum 2.000 Unterzeichner binnen 48 Stunden bei Online-Petition für Erhalt der Sekundarschule

Infoabend am Mittwoch, 28. September, ab 19.30 Uhr im Assapheum

Kurt Ehmke

Bielefeld-Bethel. Ziel der einwöchigen Petition im Internet für den Erhalt der Sekundarschule Bethel waren 2.000 Unterzeichner. Erreicht haben es die Organisatoren um Kerstin Metten-Raterink binnen 48 Stunden. „Das ist unglaublich", sagt die Grünen-Bezirksvertreterin, „damit hatte ich nicht gerechnet". Der enorme Zulauf für die Petition erhöht den Druck  auf die Verantwortlichen in Bethel. Sie wollen die Schule auslaufend schließen; bis zum Jahr 2022. Neue Schüler sollen ab sofort nicht mehr aufgenommen werden. Die Bethel-Verantwortlichen sitzen am Mittwoch, 28. September – gemeinsam mit einem Vertreter der Stadt – ab 19.30 Uhr im Assapheum auf dem Podium, um sich erneut den Fragen der Bürger und Eltern zu stellen. Erwartet werden mehr als 500 Menschen, ihnen gegenüber sitzen dürften Vorstandsmitglieder, darunter mit Sicherheit die für Schulen zuständige Johanna Will-Armstrong sowie die Geschäftsführerin des Bethel-Schulbereiches, Barbara Manschmidt. Für die Stadt dürfte Schulverwaltungsamtsleiter Georg Müller teilnehmen und seine Sicht auf die Dinge darstellen. Zwei denkbare Fördertöpfe Noch immer wird hinter den Kulissen sowohl von Eltern als auch von Stadt und Bezirksregierung darum gerungen, Wege für den Erhalt der Schule zu finden. In der zweiten Oktoberwoche soll es hier zu einem Gespräch aller Beteiligten kommen. Die Stadt hat Bethel jetzt offenbar auf zwei denkbare Fördertöpfe hingewiesen, aus denen theoretisch Gelder kommen könnten. Doch wie ein Damoklesschwert hängt über der Schule die Ansage Bethels, dass nur dann das Aus verhindert werden könne, wenn zehn Millionen Euro von Außen zugeschossen würden – in Gebäudesanierungen und Gebäudeneubauten. Bethel selbst will weitere zehn Millionen in seine Schullandschaft stecken. In Bethel hat intern der Druck zugenommen Die Pflegschaftsvorsitzende Jutta Fedrowitz mag sich aber nicht ausschließlich auf die monetäre Argumentation einlassen. Sie sagt: „Es kann nicht sein, dass Bethel immer nur sagt, dass das Aus beschlossen ist und zehn Millionen fehlen – nein, nur, dass die Bilanz dann nicht so schön aussieht, das reicht nicht." Fedrowitz: „Eine Bilanz ist wichtig, Bildung aber auch." Sie fragt sich, ob nicht eine fünfzügige Zukunft der Bodelschwingh-schule denkbar wäre; mit Sekundarschule und Gymnasium. „Uns geht es um gemeinsames Lernen und Inklusion, wir erwarten, dass sich Bethel jetzt endlich bewegt." In Bethel ist derweil zu hören, dass intern der Druck gewaltig zugenommen hat. War es bisher – sofern die Tonlage angemessen war – respektiert, dass auch Bethel-Angestellte sich kritisch über Bethel äußern durften, werden Angestellte inzwischen über verschiedene Wege aufgefordert, weder zu demonstrieren noch sich öffentlich zu äußern. Unter den Betroffenen wird so massiver Druck aufgebaut. Bisher hatten Verantwortliche erklärt, dass konstruktive öffentliche Kritik der eigenen Angestellten ausgehalten und als Bethel-Demokratie akzeptiert werde.

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