Volle Begeisterung: Die Judoka haben bei den 20. Bethel Athletics gezeigt, wie kampfstark sie sind. - © Christian Weische
Volle Begeisterung: Die Judoka haben bei den 20. Bethel Athletics gezeigt, wie kampfstark sie sind. | © Christian Weische

Bethel Wo der Sport zu Hause ist

Bethel Athletics: Mit Geschick und viel Talent zeigen rund 1.100 Menschen mit und ohne Behinderungen großartige Leistungen, die mit vielen Medaillen belohnt werden

Sina Wollgramm

Bielefeld. Ob Hochsprung, Tischtennis, Fußball, Judo oder Schwimmen: Bethel ist sportlich. Wie sportlich, das haben mehr als 1.100 Menschen mit und ohne Behinderungen bei den 20. Bethel Athletics gezeigt. Das Besondere an diesem Großereignis im Vergleich zu anderen Sport-Events? „Es geht einfach viel fairer zu. Der Sport steht absolut im Vordergrund und hier wird sich ganz anders gemeinsam gefreut, als im normalen Verein“, fasst Besucher und Trainer in Ausbildung Petta Burgers zusammen. Sie haben trainiert, geschwitzt und gesiegt: Das zählt für die Jungs und Mädels, die auf dem Fußballfeld, zu Wasser, auf der Judomatte, an der Tischtennisplatte, im Sand sowie auf der Laufstrecke alles gegeben haben gleichermaßen. Mit dabei: Vorbilder und Leistungsträger wie Christoph Vriesen, der erst kürzlich Champion bei den Special Olympics in Hannover und zuvor Deutscher Meister im G-Judo (für Menschen mit geistiger Behinderung) geworden ist. An der Kampfmatte stand mit Trainer Jürgen Hatzky (53) ebenfalls eine Inspiration für alle Teilnehmer. Hatzky ist Vizeweltmeister und achtfacher Deutscher Meister im Judo. Wie befeuernd die aktuelle Fußball-Europameisterschaft (EM) in Frankreich auf den Nachwuchs wirkt, hat sich auf vier Plätzen gezeigt. Sogar aus den Partnerstädten in Polen und Russland waren Sportsfreunde angereist. Besonders der Besuch aus Polen brachte für einige Bethel-Athleten die Frage mit sich, ob auch Robert Lewandowski auflaufen würde. Der blieb dem Bielefelder Turnier trotz frühzeitigem Ausscheiden aus der EM jedoch fern. Mit vollem Einsatz und ohne jegliche Berührungsängste gingen alle Teilnehmer in jeden Ball – da können sich die Profis noch was von abschneiden. „Die Stimmung ist einfach das Beste“, beschreiben Patrice und Michael, die mit mobilen Spielen im Rucksack über das Gelände zogen. „Hier ist völlig egal, wie ein Spiel ausgeht. Das Kicken steht im Vordergrund.“ Zum ersten Mal auf dem Programm: der erste Volkslauf im Zuge der Bethel Athletics. 20 Läufer nahmen dieses Angebot an und starteten oberhalb des Ententeichs. Und wer nur zuschauen wollte, der kam am Ende doch in Bewegung – dafür sorgte das reichhaltige Rahmenprogramm. So boten Studenten der Sportwissenschaft von der Uni Bielefeld ein wettbewerbsfreies Angebot an, dass zum Mitmachen anregte. Für Bespaßung an Malständen und verschiedenen Geschicklichkeitsübungen sorgten 200 Schüler und 100 Ehrenamtler. Und da nach dem Turnier bekanntlich vor dem Turnier ist, wird auch nach diesem gelungenen Tag wieder ordentlich trainiert, denn die 21. Bethel Athletics kommen gewiss.

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