Bielefelder fotografiert makabre Szenen im Wolfsgehege des Bielefelder Tierpark Olderdissen. - © Steve McAlpine
Bielefelder fotografiert makabre Szenen im Wolfsgehege des Bielefelder Tierpark Olderdissen. | © Steve McAlpine

Bielefeld Tierpark Olderdissen: Bielefelder fotografiert makabre Szenen im Wolfsgehege

Plötzlich tauchte der Wolf mit dem Reh im Maul auf

Alexandra Buck

Bielefeld. Jedem ist klar, dass der Tierpark seinen Raubtieren keine Pizza Vier Jahreszeiten serviert. Und doch fröstelt es einen beim Anblick des Wolfs, der einen Rehkörper zerlegt. Dem Hobbyfotografen Steve McAlpine sind seltene Fotos im Tierpark Olderdissen gelungen. Zufällig war der Bielefelder auf Fotosafari im Tierpark unterwegs, als Tierpfleger den Wölfen Aik und Rieke das Reh auftischten – und dokumentierte das seltene Ereignis. Wie die Tiere das tote Reh durch die Gegend schleppen, sich damit abmühen, an das Fleisch zu kommen und vor lauter Aufregung die Zähne fletschen. Nur Muskelfleisch reicht nicht Das ist Natur, aber es ist ein seltener Anblick. Komplette Futtertiere bekommen die Tierpark-Bewohner nämlich eher selten vorgesetzt, fressen meist wohlportionierte Fleischstücke. Und natürlich sind in den Gehegen die allgegenwärtigen Küken und Ratten zu fressen – an deren Anblick hat sich der regelmäßige Tierpark-Besucher allerdings gewöhnt. Raubtiere in Gefangenschaft brauchen mehr als portioniertes Muskelfleisch. „Würden wir sie ausschließlich mit Muskelfleisch füttern, würden sich bald Mangelerscheinungen einstellen", erklärt Chef-Tierpfleger Markus Hinker. Deshalb gibt es hin und wieder mal ein ganzes Tier zu fressen. Erst die Organe Das nennt sich „Ganzkörperfütterung" und sichert eine ausgewogene Ernährung unter anderem der Wölfe und Luchse. Zunächst machen sich die Tiere, ähnlich wie ihre wilden Artgenossen, über die Organe des Rehs her und nehmen damit Vitamine und Mineralstoffe aus dem Inhalt von Magen und Darm auf. Auch Fell und Knochen versorgen die Raubtiere mit wichtigen Mineralien. „Um für Abwechslung auf dem Speiseplan zu sorgen, geben wir den Raubtieren immer wieder komplette Tiere zu fressen", so Hinker. Huhn, Kaninchen, Meerschweinchen und Tauben gibt es regelmäßig. Normale Fütterung fällt aus Ein komplettes Reh allerdings, das gibt es nur selten. Meist sind es Unfallopfer, die im Gehege der Bielefelder Wölfe landen. So auch im aktuellen Fall. Das Tier war mit einem Auto zusammengeprallt und der Unfall war dem Bereitschaftsdienst des Tierparks gemeldet worden. Zwei Tage fressen die beiden Wölfe an dem Reh. Die normalen Fütterungen fallen dann aus. „Es ist eine ganz tolle Beschäftigung für die Tiere." Kraft und Zähne müssen sie einsetzen, um an das Fleisch des Rehs zu kommen. Am Ende werde, so Hinker, so gut wie nichts übrig bleiben. Lediglich einige Knochenreste aus dem Beckenbereich des Rehs würden üblicherweise hinterlassen. „Alles andere wird komplett verwertet."

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