Gastronomie- und Veranstaltungsexperte: Christian Schütte (38) gehört neu zum Führungsteam der Neuen Schmiede. - © Kurt Ehmke
Gastronomie- und Veranstaltungsexperte: Christian Schütte (38) gehört neu zum Führungsteam der Neuen Schmiede. | © Kurt Ehmke

Bethel Bielefelder Kulturzentrum "Neue Schmiede" wird vergrößert

Ein zweiter Saal soll entstehen und die Küchenleistung für Bankett-Angebote ausgebaut werden. Kosten: 1,8 Millionen Euro

Kurt Ehmke

Bethel. Die ungeahnte Erfolgsgeschichte geht in eine neue Runde: Als im September 2000 die Neue Schmiede eingeweiht wurde, gab es Skeptiker an allen Ecken. "Manchmal dachte ich, dass ich der einzige bin, der an die Schmiede glaubt", sagt Reinhard Bücker, bis heute Chef des Freizeit- und Kulturzentrums. Für 50 Essen war die Küche ausgelegt, heute sind es 150, die täglich die kleine Küche verlassen. Bis zu 400 sollen es werden - wenn der Küchenausbau fertig ist. Parallel wird die alte Gärtnerei im März abgerissen und an ihrer Stelle Teil 2 der Schmiede neu gebaut. Investitionskosten: gut 1,8 Millionen Euro. Bücker, in Kürze 64 Jahre alt, plant mit seinem Ausstieg in gut anderthalb Jahren den Einstieg in eine noch bessere Zukunft der Schmiede. "Ich will das hier ordentlich hinterlassen." Ordentlich heißt: Er will die Basis dafür legen, dass die Neue Schmiede einmal ohne zusätzliche Bethel-Gelder auskommt. Bisher sind es 300.000 Euro jährlich, die zugeschossen werden - und das bei einem Umsatz von 2,6 Millionen Euro. Sich selbst trägt dabei die Gastronomie; aber die Angebote für Menschen mit hohem Hilfebedarf sind nicht ohne Zuschuss zu finanzieren. "Das geht nicht", sagt Bücker. Und so soll über die anderen Schmiede-Bereiche so viel verdient werden, dass es am Ende für den kompletten Bereich möglichst ohne andere Bethel-Mittel reicht. Insbesondere vom Ausbau der Küche erwarten sich Bücker und der seit kurzem für Gastronomie und Veranstaltungen zuständige Christian Schütte (38) weitere Geschäfte. Die Küche soll moderner und dreimal größer werden - wo heute die Theke ist, soll künftig die Küche enden. Die Theke soll verlagert werden. Und die Küche soll auch ins Bankett-Geschäft einsteigen. Heißt: Statt, wie bisher, größere Anlässe per Caterer zu bedienen (Kostenfaktor: 100.000 Euro), soll das künftig selbst geleistet werden. Auch für Bethel-Einrichtungen will die Schmiede sich als Caterer anbieten. Ebenfalls erhebliche Veränderungen gibt?s im Veranstaltungsbereich. Der Neubau, der größer als die alte Gärtnerei wird, soll einen zweiten Saal mit 150 Quadratmetern bieten. Kleiner, als der vorhandene 230- bis 350-Personen-Saal, und gemütlicher. Und: teilbar in 60 und 90 Quadratmeter große Bereiche. Zudem soll die Zahl der Tagungsräume von fünf auf acht steigen - in diversen Größen. Der Neubau soll im Erdgeschoss etwa 300 Quadratmeter groß sein, im zurückgesetzten Obergeschoss noch etwa 150 Quadratmeter. Neue Arbeitsplätze sollen auch entstehen (¦ Infos) So soll die bundesweit beachtete Neue Schmiede noch mehr zum Vorzeigeobjekt inklusiver Arbeit werden. "Wir sind Pioniere und werden als Vorreiter oft nach unseren Erfahrungen gefragt", berichtet Bücker. Das gelte sowohl für den Kulturbereich als auch für die Gastronomie und den Freizeitbereich sowie die Stadtteilarbeit. "Mehr als die Hälfte unserer Gäste in der Gastronomie hat nichts mit Bethel zu tun", bezieht sich Bücker auf eine Umfrage. Apropos Gastronomie: Sie erhielt im Herbst, zum maßgeblich von der Neuen Schmiede bespielten Saronplatz hin, eine weitere Außen-Terrasse. Auch vor den Neubau soll eine weitere Terrasse kommen - zum Biergarten hin. Die hier bisher störende Anlieferung soll an den Saronweg verlagert werden.

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