Der Abriss über fünf Monate: Von links nach rechts ist zu sehen, wie der Kirchturm langsam kleiner wird – erst ist noch der Hahn zu sehen, in der Mitte ist der Glockenbereich geöffnet und dann sind die Glocken entfernt – und jetzt ist der Turm verschwunden. Gut zu sehen ist auch der Wandel vom Spätsommer in den Herbst zum Winter mit leichtem Schnee auf den Dächern. - © Fotos: Kurt Ehmke
Der Abriss über fünf Monate: Von links nach rechts ist zu sehen, wie der Kirchturm langsam kleiner wird – erst ist noch der Hahn zu sehen, in der Mitte ist der Glockenbereich geöffnet und dann sind die Glocken entfernt – und jetzt ist der Turm verschwunden. Gut zu sehen ist auch der Wandel vom Spätsommer in den Herbst zum Winter mit leichtem Schnee auf den Dächern. | © Fotos: Kurt Ehmke

Bielefeld Ein Bielefelder Kirchturm verschwindet – über Monate

Abriss der Piuskirche: Nun, Anfang Januar, ist der Turm aus dem Stadtbild verschwunden. Im September begann der Abriss der katholischen Kirche, im Oktober wurde der Hahn vom Dach gehoben, Ende November wurden die Glocken herausgewuchtet

Kurt Ehmke

Bielefeld-Gadderbaum. Fast auf den Tag genau fünf Monate dauerte es, bis auch der Turm der katholischen Piuskirche in Gadderbaum nun abgerissen ist. Der Kirchenabriss oberhalb des Ostwestfalendammes zog sich hin, weil es etliche Verzögerungen gab – unter anderem musste Taubenkot aufwändig entfernt werden, da der Schutt sonst als Sondermüll zu behandeln gewesen wäre. Zudem musste aus dem vorhandenen Bauschutt des ehemaligen Kirchenschiffes eine Art Hügel aufgeschüttet werden, auf dem der Abrissbagger platziert werden konnte, um an die obersten Turmbereiche heranzukommen. Weiterhin gab es Arbeiten, die dem Erhalt wertvoller Insignien einer Kirche galten: Der gut einen Meter große goldene Hahn wurde im Oktober aufwändig von der Turmspitze entfernt und zunächst in einer Garage zwischengelagert, bevor er dann nach Jöllenbeck gefahren wurde. Hier soll er die Liebfrauenkirche aufwerten. Die Glocken wurden nach Polen verschenkt Auch die Glocken wurden Ende November vorsichtig aus dem Kirchturm gehoben, eine nach der anderen. Sie wurden nach Polen verschenkt und erfreuen dort nun die Gläubigen. Auch die Orgel war schon weit vor dem Abriss nach Polen verschenkt worden. Vergleichbar lief es mit den Kirchturmbänken: Nach einem ersten Bericht der NW über den Abriss konnte ein Bethel-Diakon einen Kontakt nach Ungarn herstellen – die Bänke wurden noch in Gadderbaum passgenau auseinandergesägt und dann nach Ungarn gebracht. Nun muss noch der Schutt des vor gut 60 Jahren gebauten Kirchengebäudes abgefahren werden. Entweiht worden war die Kirche im August 2016 – in der sogenannten Profanierung. Die gut 1.300 Gläubigen gehören zur Jodokusgemeinde, wer im Bereich von Pius in einen Gottesdienst gehen will, kann das in der angrenzenden Alteneinrichtung „St. Pius Pflege und Wohnen". 20 Wohneinheiten sind nun dort geplant Träger ist hier der Verein Katholischer Altenhilfeeinrichtungen (VKA), der auch mit einer niedrigen Millionensumme auf dem Kirchengelände neu bauen will. Gut 20 Wohneinheiten könnten es werden. Denkbar sind eine Mischung aus Appartements, Tagespflegeangeboten, Kurzzeitpflegeangeboten, Gemeinschaftsräumen und einer Zweigstelle einer Arzt-Praxis. Hier verschwindet eine Kirche aus dem Bielefelder Stadtbild. Fotos der Piuskirche: Kurt Ehmke Posted by NW Bielefeld on Dienstag, 16. Januar 2018

realisiert durch evolver group