Norovirus: Weitere Erkrankungen im Evengalischen Klinikum Bethel. - © Oliver Krato (Archiv)
Norovirus: Weitere Erkrankungen im Evengalischen Klinikum Bethel. | © Oliver Krato (Archiv)

Bielefeld Norovirus breitet sich weiter in Bielefelder Klinik aus

Weitere Patienten sind erkrankt, auch Mitarbeiter haben sich angesteckt

Jürgen Mahncke
Alexandra Buck

Bielefeld. Das Norovirus breitet sich weiter aus: In der Kardiologie des Evangelischen Klinikums in Bethel haben sich weitere Patienten mit dem hochansteckenden Virus infiziert. Auch Mitarbeiter sind erkrankt. Der Aufnahmestopp wird verlängert. Seit dem Silvesterwochenende sind mehrere Patienten der kardiologischen Station des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB) im Haus Gilead I an einer Norovirus-Infektion erkrankt. Noch am selben Tag wurden die Station für Neuaufnahmen gesperrt und spezielle Hygienemaßnahmen eingeleitet. Weitere Fachabteilungen des Klinikums sind von dem Aufnahmestopp nicht betroffen, wie Sprecherin Sandra Gruß berichtet. Weitere Patienten mit Symptomen Laut Gruß zeigen sich bei weiteren Patienten erste Symptome des Virus'. Seit Silvester war bei vier Patienten der Norovirus nachgewiesen worden. Am Mittwoch wurde der Nachweis des hochansteckenden Virus‘ bei drei weiteren Patienten durch das Labor bestätigt. Bei sieben anderen Patienten zeigen sich seit Kurzem die typischen Symptome Durchfall und Erbrechen. Auch wurde am Mittwoch bekannt, dass anfangs 12 Mitarbeiter der Station erkrankt waren, bei 7 ist das Virus noch akut. „Die Entwicklung auf der Station zeigt den dynamischen Verlauf dieser hochansteckenden Erkrankung. Die ersten betroffenen Patienten sind aber schon wieder beschwerdefrei", bestätigt Barbara Lamp, Leitende Oberärztin der Kardiologie im EvKB. Das EvKB sei auf das Norovirus vorbereitet: Es würden standardisierte spezielle Maßnahmen umgesetzt. So sind Hygienekräfte vor Ort, Patienten mit den Symptomen werden bereits vor dem Nachweis des Virus‘ isoliert, also in Einzelzimmern untergebracht. Hochansteckend und meldepflichtig Die Reinigung der Station erfolge zurzeit mit doppeltem Personaleinsatz. Die Händehygiene werde durch erhöhten Einsatz des Hygienefachpersonals nochmals verstärkt, Schilder an Zimmertüren betroffener Patienten wiesen auf die Pflicht zum Tragen spezieller Schutzkleidung hin. Das Personal arbeite derzeit ausschließlich auf der betroffenen Station. „Wir heben die Maßnahmen erst auf, wenn es keine Verdachtspatienten mehr auf der Station gibt", sagt Krankenhaushygienikerin Christiane Scherer. Der Aufnahmestopp gilt ausschließlich für die Kardiologie. Alle anderen Kliniken im Haus Gilead I nehmen weiterhin Patienten auf. Deutlicher Anstieg Noroviren sind hochansteckend und jeder Erkrankungsfall muss dem Gesundheitsamt gemeldet werden. In den letzten Jahren verzeichnen die Meldebehörden einen deutlichen Anstieg an Norovirus-Ausbrüchen. Die Infektion kann jeden treffen, insbesondere Kinder unter 5 Jahren und Personen über 70 Jahren. Besonders viele Erkrankungsfälle werden laut Robert-Koch-Institut zwischen Oktober und März gemeldet. Ursache für die schnelle Verbreitung ist der einfache Übertragungsweg von Mensch zu Mensch. Die Inkubationszeit liegt zwischen 6 und 50 Stunden – das heißt auch, dass Menschen ohne Symptome das Virus in sich tragen und damit Überträger sein können. Während der akuten Phase ist jeder Betroffene hoch ansteckend. Innerhalb von zwei bis drei Tagen klingen die Symptome, wie schwallartiges Erbrechen und unkontrollierbarer Durchfall ab. Sinnvoll ist es dennoch weiterhin Sanitär- und Händehygiene einzuhalten, da das Virus zwischen 7 und 14 Tagen noch nachgewiesen werden kann.

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