Familienidylle: Neben der Bache sehen die kleinen Wildschweine putzig aus - sind sie doch kaum größer als die Schnauze ihrer mächtigen Mama. - © Kurt Ehmke
Familienidylle: Neben der Bache sehen die kleinen Wildschweine putzig aus - sind sie doch kaum größer als die Schnauze ihrer mächtigen Mama. | © Kurt Ehmke

Gadderbaum Vier Todesfälle im Tierpark Olderdissen

In Kürze ziehen neue Tiere ein

Kurt Ehmke

Gadderbaum. So früh wie selten haben die Wildschweine Nachwuchs bekommen. Fünf Frischlinge toben seit dem 10. Dezember durch das Gehege in Olderdissen - die meiste Zeit aber liegen sie bei ihrer Mutter auf warmem Stroh in einer der Hütten. Gefährliche Nässe: Galt früher, dass Wildschweine im März Junge bekommen, ist das sowohl in der Natur als auch in Tierparks längst nicht mehr die Regel: Frischlinge sind durchaus häufiger im Januar zu sehen. Dass nun der nasse, kalte Winter vor ihnen liegt, muss kein Vorteil sein - "vor allem die Nässe ist für sie gefährlich", sagt Cheftierpfleger Markus Hinker. Achtung, Schweinepest: Noch gefährlicher wäre, wenn die zurzeit in baltischen Staaten und Polen grassierende Afrikanische Schweinepest ihren Weg nach Deutschland und in den Tierpark finden würde. Deshalb gilt hier: absolutes Fütterverbot. Das gilt sowieso im gesamten Tierpark (Ausnahme: das eigene Tierparkfutter), bei den Wildschweinen aber noch einmal verschärft. Die Übertragungskette des Virus könnte so aussehen: Osteuropäische Mitbürger haben sich aus ihrer Heimat Schinken, Dauerwurst oder Mett mitgebracht und werfen einen Speiserest in das Gehege. Ein anderer Weg wäre: Sie werfen infizierte Lebensmittel in den Müll, dort picken sich Vögel etwas heraus, fliegen über den Tierpark und verlieren ein Stück über dem Wildschweingehege. Auch befürchtet: Ein Autofahrer wirft ein Reststück seines Brotes auf der Autobahn aus dem Fenster, ein Wildschwein frisst das und die Pest ist in Deutschland angekommen - schildert Tierparkleiter Herbert Linnemann Szenarien einer Infektionskette. Doch noch ist alles gut im Tierpark: Es wird geboren und gestorben - das Leben folgt seinen Rhythmen. So lebt von den im Januar geborenen drei Frischlingen heute noch eine Bache - aber in einem anderen Zoo. Ein Tier starb früh, ein männliches Tier wurde als Wildbret vermarktet. Todesfälle & neue Tiere: Bei den Kolkraben ist Erna im Alter von 20 Jahren gestorben. "Mitte Januar kommt eine neue Henne", sagt Hinker und hofft, dass der 31 Jahre alte Hahn und die neue, junge Henne zueinander finden. Gestorben sind auch beide Vielfraße - beide waren sehr alt. Da es in Osnabrück Nachwuchs gibt, sollen zwei neue Tiere in Kürze in Olderdissen einziehen. Bis dahin leben einige weiße Gänse im Gehege. Tot ist auch Wisentbulle Sponto - er starb im Alter von 18 Jahren. Nun soll Kuh Holle einen neuen Bullen bekommen; und hinzu soll sich noch eine weitere neue Kuh gesellen; alles im Frühjahr.

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