„An die Clowns“: Elf der anonymen Spenderbriefe haben die Klinikclowns mittlerweile gesammelt. - © Christine Panhorst
„An die Clowns“: Elf der anonymen Spenderbriefe haben die Klinikclowns mittlerweile gesammelt. | © Christine Panhorst

Bielefeld Bielefelder Klinikclowns bekommen geheimnisvolle Briefe

Seit drei Jahren bekommen die Spaßmacher besondere Post. Einen Absender gibt es nicht.

Christine Panhorst

Bielefeld. Seit mehr als drei Jahren kommen sie regelmäßig per Post auf der Kinderklinikstation in Bethel an. Einen Absender gibt es auf den geheimnisvollen Briefen nicht. Weiße Umschläge, bunte Marken, die Adresse ist mit Kugelschreiber aufgeschrieben: „An die Clowns". Im Inneren liegt immer ein 20-Euro-Schein. Einmal habe es auch eine kleine Botschaft zum Verwendungszweck gegeben, erzählt Klinikclown Katja Kemnade. „Für Fingerpuppen." Zwölf Clowns Kemnade heißt mit Clownsnamen „Karlotta". Ihre Arbeit mit kleinen und großen Patienten im Kinderzentrum Bethel und anderen Krankenhäusern in der Region gebe ihr und den anderen im Team von „Dr. Clown" – insgesamt sind sie zwölf – viel zurück. „Es gibt so viele schöne Momente, die man mit den Menschen erlebt." Glücksmomente zu schaffen trotz Alter oder Krankheit, das ist Beruf und Berufung der Klinikclowns. Gerührt hat sie aber auch die Treue ihres unbekannten Spenders. Oder ist es eine Spenderin? Ritual: Briefe gemeinsam öffnen „Es ist zu einem kleinen Ritual bei uns geworden, diese Briefe gemeinsam in der Gruppe bei unseren Vorbereitungstreffen aufzumachen." Und dabei ein bisschen über die Identität des Spenders zu rätseln. Wie sieht das Papier aus? Gibt es wieder eine Botschaft oder einen anderen kleinen Hinweis? Die Clowns genießen das Kopfkino. Und sie halten sich an den einst angegebenen Verwendungszweck, sagt Kemande. „Der Spender muss jemand sein, der unsere Arbeit gut kennt und weiß, dass wir gerne kleine Fingerpuppen, Aufkleber oder Luftballons als Geschenke zu den Patienten mitbringen, die wir besuchen. Und die sind immer schnell aufgebraucht." Elf Briefe haben die Clowns mittlerweile gesammelt, der älteste stammt laut Poststempel von 2014. Danke an Unbekannt Wahrscheinlich seien es noch mehr gewesen, sagt Kemnade. „Wir haben erst angefangen, die Briefe aufzuheben, als uns bewusst wurde, dass der Absender immer der gleiche sein musste. Weil wir keinerlei Hinweise haben, wer uns die Briefe schickt, möchten wir uns auf diesem Weg gerne bedanken." Aber nicht – trotz aller Rätselraterei – um das Geheimnis zu lüften und den Unterstützer oder die Unterstützerin ausfindig zu machen. Das ist Kemnade und den anderen Klinikclowns wichtig. Das Mysterium bereite ihnen viel Freude, sagt Kemnade. Es gehe nicht allein ums Geld, sondern um die schöne Geste, um die Wertschätzung für ihren Einsatz als Karlotta, Lilli, Lollo, Beppo, Mox, Mimi, Fine, Trine Tropf, Lakritze, Antonius Mütze, Lupine und Maggi.

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