Vater und Mutter: Hannes prüft den hohlen Pappel-Baumstamm, in dem Lea (kleines Foto) mindestens zwei Junge geboren hat. - © Kurt Ehmke
Vater und Mutter: Hannes prüft den hohlen Pappel-Baumstamm, in dem Lea (kleines Foto) mindestens zwei Junge geboren hat. | © Kurt Ehmke

Bielefeld Die Luchse im Tierpark Olderdissen haben wieder Babys

Nachwuchs: Lea und Hannes haben wieder Babys. Erstmals aber ist auch der Luchs aus dem Vorjahr noch mit dabei im Olderdissengehege. Vielleicht bleibt es dabei für einige Jahre

Kurt Ehmke

Gadderbaum. Im Luchsgehege tut sich was - und das ist besonders. Dass Weibchen Lea wieder Nachwuchs hat, ist zwar auch eine für Besucher spannende Nachricht, aber wesentlich spannender wird das Experiment der kommenden Monate: Da sich für den fast ein Jahr alten Mats kein Tierpark gefunden hat, bleibt er nun wohl in Olderdissen. Damit baut der Tierpark eine besondere Luchsgruppe auf. Vater Hannes, Sohn Mats, Mutter Lea und die beiden jüngsten Tiere. Ob das gut geht? Keiner weiß es. Chef-Tierpfleger Markus Hinker: "Wir versuchen das jetzt - aus anderen Zoos ist zu hören, dass solche Gruppen funktionieren können." In der freien Natur hingegen sind Luchse eher Einzelgänger, doch ohne den Druck des Futtersuchens geht es offenbar in Gefangenschaft auch gemeinsam. "Groß genug für fünf, sechs Tiere ist das Gehege", sagt Hinker optimistisch. Mehrere Optionen gibt es für die Zukunft. Die wahrscheinlichste ist: Die beiden Kater werden kastriert und für Lea ist die Zeit des jährlichen Kinderbekommens vorbei. Das wäre für das längst ergraute Luchsweibchen auch körperlich eine Entlastung - schließlich ist Lea mit ihren schon 14 Jahren eher Oma denn Mama. Frei lebende Luchse werden meist nur etwa zehn Jahre alt. In Gefangenschaft aber gibt es auch Tiere, die 20 werden. So könnte Lea einen ruhigen Lebensabend im Tierpark genießen - umgeben von Hannes und Mats, die sich hoffentlich nicht zu sehr beharken. Welches Geschlecht die beiden vor vier Tagen geborenen Baby-Luchse haben, das ist noch nicht geklärt. Ideal für die Gruppe wären zwei Weibchen. "Wir haben in den hohlen Baum geleuchtet und neben Lea zwei Tiere entdeckt, vielleicht versteckt sich aber auch noch ein drittes im Stroh", sagt Hinker. Er will weiterhin versuchen, sich von jungen Luchsen zu trennen - entweder von Mats oder vom aktuellen Nachwuchs, das aber wäre traditionell erst im Herbst der Fall. Davor aber will Hinker erst einmal beobachten, "ob es Störungen im Gehege gibt und wie sich die Gruppe verträgt". Apropos Störungen: Wie jedes Jahr wird darum gebeten, Lea und die beiden Baby-Luchse nicht zu sehr zu stören, denn Mutter und Kinder liegen sehr dicht am Zaun und könnten von Kamera-Blitzen und Gekreische genervt werden. Hinker: "Auch wir lassen die Tiere jetzt erst einmal komplett in Ruhe." Denn vor allem für Lea ist die Zeit des Säugens sehr anstrengend.

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