Gadderbaum Endlich wieder Sitzplätze an der Marktkauf-Haltestelle

Friedrich-List-Straße: Nach Jahren ohne Sitzgelegenheit hat MoBiel nun je drei Plätze pro Fahrtrichtung montiert. Ein Test - denn es soll geschaut werden, ob die Trinkerszene sich nun hier trifft

Kurt Ehmke

Gadderbaum. Fast 13 Jahre lang mussten Gäste an der Stadtbahn-Haltestelle "Friedrich-List-Straße" ohne eine Sitzgelegenheit klarkommen - nun ist die Zeit des Stehens vorbei. Vorerst, zumindest. Denn: Nachdem die Bezirksvertretung Gadderbaum immer wieder beim Verkehrsunternehmen MoBiel für Sitzgelegenheiten geworben hatte - und zuletzt als Kompromiss so genannte Anlehnhilfen angeregt hatte - hat MoBiel nun testweise je drei Sitzplätze pro Fahrtrichtung montiert. Wer mit der Linie 1 in Richtung Brackwede und Senne oder City und Schildesche fahren will, kann nun vorher ein paar Minuten im Sitzen verbringen. Bezirksbürgermeisterin Hannelore Pfaff ist zufrieden mit dem Versuch, nun doch echte Sitzgelegenheiten auszuprobieren. Die Argumente pro und contra Sitzgelegenheiten sind schnell dargelegt: Die eine Seite fürchtet, dass die Obdachlosen-, Trinker- und Drogenszene sich nun an der Haltestelle sammelt, auch, weil sich gegenüber der attraktive Treff-punkt Marktkauf befindet. Die andere Seite findet, dass gerade in Gadderbaum mit seinen vielen älteren Leuten und vielen Menschen mit Behinderung an Haltestellen Sitzplätze Pflicht sein müssten. Nun wurden die Anlehnhilfen verworfen - und kamen die Sitzplätze. "Warum Anlehner nicht gehen, verstehe ich nicht, aber ich denke, dass nun sowieso die Sitze bleiben werden", sagt Pfaff. Sollten diese sich aber doch zum Treffpunkt entwickeln und das dann auf dem beengten Hochbahnsteig zu Platzproblemen führen und Sicherheitsfragen aufwerfen, könnte es eine Rolle rückwärts geben. Bisher aber, so erste Eindrücke, scheint es kein allgemeiner Treffpunkt zu werden. Pfaff: "Ich habe da bisher noch überhaupt keine Trinkgelage gesehen, da hat sich bisher noch niemand festgesessen."

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