Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit Ehefrau Elke Büdenbender, hinter ihm gehen Pastor Ulrich Pohl und NRW-Familienministerin Christina Kampmann. - © Barbara Franke
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit Ehefrau Elke Büdenbender, hinter ihm gehen Pastor Ulrich Pohl und NRW-Familienministerin Christina Kampmann. | © Barbara Franke

Bielefeld Bethel feiert TV-Gottesdienst mit Bundespräsident Steinmeier

Viel Prominenz aus Politik und Gesellschaft In der Zionskirche / Um Plätze zu ergattern, waren viele Gemeindemitglieder seit 8 Uhr vor Ort

Hanna Paßlick
Alexandra Buck

Bielefeld. Die ARD hat am Ostermontagvormittag einen Festgottesdienst aus der Zionskirche in Bielefeld-Bethel übertragen. Er war Teil der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der von Bodelschwinghschen Stiftungen. Für den Gottesdienst hatte sich viel Prominenz angekündigt. Der wohl bekannteste Gast war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er kam mit Ehefrau Elke Büdenbender und einem selten gesehenen Gast: seiner Tochter Merit. Wer nicht singen kann, soll nur so tun Die Predigt hielt Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Liturgie übernahm Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Auch NRW-Familienministerin Christina Kampmann, der Europa-Abgeordnete Elmar Brok und Christina Rau, Witwe des Ex-Bundespräsidenten Johannes Rau, hatten sich für den Gottesdienst angekündigt. Besonders spannend war zu beobachten, wie so ein TV-Gottesdienst choreografiert wird. Vier große Kameras der ARD hielten die Bilder in der Kirche fest. Und es gab klare Vorgaben für die Gäste: Wer nicht singen könne, solle es dann auch bitte lassen und nur so tun als ob, sagte Landespfarrerin Petra Schulze, die in den Gottesdienst eingeführt hat. Was ihr einige Lacher bescherte. Auch in Sachen Gesichtsausdruckwurde nichts dem Zufall überlassen. "Interessiert und freundlich schauen", so lautete die Vorgabe. Steinmeier bedankte sich für die Einladung in seine ostwestfälische Heimat. Er beschrieb Bethel als einen "Ort der Überraschungen" und gab einen netten "Zwischenfall" zum besten. 1993 besuchte das japanische Kaiserpaar die v. Bodelschwinghschen Stiftungen. In einer der Werkstätten sei das Kaiserpaar auf einen jungen Mann getroffen, der, als er das Paar und seine Entourage entdeckte, die Arbeit kurz liegen ließ, den Gast groß anschaute und den Kaiser schließlich fragte: "Wie biste eigentlich hierher gekommen?". Erschrockenes Einatmen Es folgte erschrockenes Einatmen. Und dann große Erleichterung, als der Kaiser dazu ansetzte, ausführlich zu erklären, wie er mit Auto, Flugzeug, Schiff und Hubschrauber nach Bethel gereist sei. Und dafür, so Steinmeier, stehe Bethel. "Es ist ein Ort, an dem Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, dennoch als Gleiche unter Gleichen leben können." Und trotz der dunkleren Kapitel in der 150-jährigen Geschichte der v. Bodelschwinghschen Stiftungen könne man dankbar zurückblicken. Bethel habe über die Jahre "ganz wesentlich beigetragen zu einer spürbar besseren Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen". Er dankte  Pastor Ulrich Pohl und den anderen Bethel-Mitarbeitern für ihre "anspruchsvolle und fordernde Arbeit".Eine bewegende Rede hielt auch NRW-Familienministerin Christina Kampmann. "Ich kenne keinen anderen Ort, der so voll ist von überschwänglicher, geteilter Lebensfreude", sagte sie. Für Erheiterung sorgte am Ende noch einmal Pastor Ulrich Pohl. Er bat am Ende des Gottesdienstes darum, dass alle sitzen bleiben, bis Steinmeier und seine Gattin "aus der Tür sind", weil sie einen Vorsprung bräuchten. Das ließ Steinmeiers Ehefrau Elke Büdenbender laut auflachen. Enorme Sicherheitsvorkehrungen Die Sicherheitsvorkehrungen für den hohen Besuch aus Berlin waren enorm. Besucher, die in die Zionskirche wollten, waren bereits Stunden vor dem Gottesdienst eingehend überprüft worden. Weil Steinmeier nicht nur die Zionskirche besuchte, sondern auch im Assapheum sprechen wollte und sich die Historische Sammlung anschaute, war die Polizei mit Sprengstoffspürhunden im Einsatz. Der Festgottesdienst ist in der Mediathek der ARD zu finden.

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