Hans-Werner Grimm, Bezirkssprecher West, Hermann Berenbrinker, Bezirksbürgermeister, Susan Steinborn, Bezirksmanagerin, Bernd Heißenberg, stellvertretender Leiter der Feuerwehr, Christian Ellersiek, Frank Großmann, Heiko Rusche und Detlev Eikelmann, Gesamtsprecher der Feuerwehr Bielefeld (von links). - © FOTO: ANNIKA SIKORRA
Hans-Werner Grimm, Bezirkssprecher West, Hermann Berenbrinker, Bezirksbürgermeister, Susan Steinborn, Bezirksmanagerin, Bernd Heißenberg, stellvertretender Leiter der Feuerwehr, Christian Ellersiek, Frank Großmann, Heiko Rusche und Detlev Eikelmann, Gesamtsprecher der Feuerwehr Bielefeld (von links). | © FOTO: ANNIKA SIKORRA

Hoberge-Uerentrup Die Stimmung der Hoberger Wehrleute ist auf dem Tiefpunkt

Jahreshauptversammlung der Löschabteilung: Unverständnis über den Umzug der Jugendfeuerwehr / "Es herrscht kollektives Misstrauen in unseren Reihen"

VON ANNIKA SIKORRA

Hoberge-Uerentrup. Dass die Stimmung bei der Freiwilligen Feuerwehr in Dornberg derzeit angespannt ist, haben die vergangenen Wochen bereits gezeigt (die NW berichtete).

Die geplante Fusion der Löschabteilungen Großdornberg und Kirchdornberg sowie der geplante Umzug der Jugendfeuerwehr West-Hoberge zum Gerätehaus nach Großdornberg stoßen auf massiven Widerstand, mit dem die Feuerwehrleitung wohl nicht gerechnet hat. Deutlich wurde dies erneut bei der jüngsten Jahreshauptversammlung der Löschabteilung (LA) Hoberge-Uerentrup.

Die 14 Mitglieder der Löschabteilung blickten auf das vergangene Jahr zurück. Fünf Brände galt es für sie 2012 zu löschen. Die Großbrände des Entsorgungsunternehmens Kriehme und der Tennishalle in Quelle blieben den Mitgliedern dabei besonders in Erinnerung. Über Beförderungen durften sich Heiko Rusche (Hauptfeuerwehrmann) und Christian Ellersiek (Oberfeuerwehrmann) freuen.

Den Rückblick sowie die verdienten Beförderungen trübte allerdings ganz offensichtlich die Tatsache, dass die Jugendfeuerwehr den Standort wechseln wird. Im Frühjahr 2014 soll der Feuerwehr-Nachwuchs in dem bis dahin entstehenden Anbau in Großdornberg erstmals eigene Räume beziehen.

Bei einer Abstimmung im vergangenen Herbst hatte die Löschabteilung noch einstimmig für den Standort Hoberge-Uerentrup entschieden. Entgegen dieses Votums sei nun aber von der LA-Führung kürzlich der Standortwechsel beschlossen und verkündet worden. Unmut und Enttäuschung habe sich daraufhin bei allen Mitgliedern breitgemacht, sagte Schriftführer Heiko Rusche: "Wir können nicht nachvollziehen, warum nicht über andere, kostengünstigere Lösungen nachgedacht wird."

Ausschlaggebend für den Umzug, so der stellvertretende Löschabteilungsführer und Leiter der Jugendfeuerwehr West-Hoberge, Sebastian Molteni, sei ein Gespräch mit Feuerwehrchef Rainer Kleibrink gewesen: "Unsere anfänglichen Befürchtungen haben sich aufgelöst. Uns wurde zugesichert, dass die Löschabteilung Hoberge-Uerentrup bestehen bleibt, auch wenn die Jugendfeuerwehr umzieht", erklärte er. Es sei eine einmalige Möglichkeit für die Jugendabteilung, eigene Räume zu bekommen. Zudem stehe in den kommenden Monaten ein Fahrzeugwechsel an: "Die Jugendfeuerwehr wird ein neues Löschfahrzeug bekommen, das nicht mehr in das Gerätehaus in Hoberge-Uerentrup passen wird."

Molteni sowie der Löschabteilungsführer Frank Großmann hätten sich daher für den Umzug entschieden: "Die Stimmung ist bei uns momentan an einem Tiefpunkt angelangt", sagte Molteni. "Die Kameraden und vor allem die Jugendwarte fühlen sich übergangen."
Drei Jugendwarte, Jan Balluff, Michael Balluff und Annika Potthoff, erklärten angesichts des beschlossenen Umzugs daraufhin sogar ihren Rücktritt: "Es herrscht kollektives Misstrauen in unseren Reihen", sagte Jan Balluff auf Anfrage.

Die LA Hoberge-Uerentrup habe vergleichsweise wenig Mitglieder und ebenso eine geringe Zahl an Einsätzen. Eine Schließung in den kommenden Jahren sei daher weiterhin denkbar: "Es wird zwar versprochen, dass dem nicht so sein wird, aber wenn das Geld in den nächsten Jahren noch knapper wird, dann ist das Versprechen schnell vergessen", so Balluff. Bestehen bleibe zudem die Frage nach der Notwendigkeit, meint Balluff. Die Kosten für den Anbau in Großdornberg seien wesentlich höher, als der Umbau in Hoberge-Uerentrup, die für das Unterbringen des neuen Fahrzeugs nötig wären: "Das Geld, das für den Anbau in Großdornberg ausgegeben wird, wäre an anderer Stelle sinnvoller investiert", sagt Balluff.

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