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Siedlungsgebiete Babenhausen | © Jürgen Schultheiß

Bielefeld Baudezernat untersucht mit Bezirksvertretern Entwicklungschancen von Babenhausen

Stadtentwicklung: Planer sehen Potenzial. Verantwortliche wollen jetzt den Bürgerdialog

Ansgar Mönter

Bielefeld. Bielefeld wächst. Baudezernent Gregor Moss ist sich sicher: Es könnten in den kommenden drei Jahren gut 10.000 Menschen mehr sein, die hier wohnen. „Für sie brauchen wir Wohnraum", sagt er. Der Ortsteil Babenhausen im Stadtbezirk Dornberg bietet dafür Potenzial. Das hat das Baudezernat untersucht, in Abstimmung und im Auftrag der Bezirksvertretung Dornberg. Ein Team um Bodo Temme hat sich über mehre Jahre den etwa 670 Hektar große Raum nördlich des Campus Nord und der Dürerstraße, entlang der Babenhauser Straße bis zur Wertherstraße genau angeschaut. Genauer unter die Lupe genommen wurden fünf Themen: Bachläufe, Siedlungsstrukturen, Grünflächen, Verkehrsmöglichkeiten sowie mögliche Begegnungsorte. „Wir haben geprüft, ob wir zum Beispiel die Bachläufe stärken und besser sichtbar machen können", erklärt Temme. „Da zeige ich klare Kante" Ebenso seien die Grünflächen – in diesem Gebiet besonders – als prägendes Merkmal zu erhalten und zu schützen. Zugleich bietet Babenhausen – für die Planer ein Ortsteil mit bisher weitgehend unstrukturierten Siedlungsanhäufung – Potenzial für Wohn- und Gewerberaum, „der sehr wichtig werden kann", wie Moss und Temme betonnen. Sie denken dabei neben dem Bevölkerungsdruck an mögliche Erweiterungen der Hochschulen sowie Ausgründungen von Universität und Fachhochschule.Die so genannte Ortsteilentwicklung Babenhausen/Dornberg ist als Entscheidungshilfe für die Politik gedacht. „Nichts ist festgezurrt, es ist noch kein Plan, sondern lediglich eine Diskussionsgrundlage", erklärt Dornbergs Bezirksbürgermeisterin Frauke Viehmeister. Der Bürgerdialog werde vorbereitet, man hoffe auf rege Beteiligung und dem „Expertentum" aus der Bürgerschaft. Das Werk, für das Viehmeister die Verwaltung in höchsten Tönen lobt, ist perspektivisch auf Jahrzehnte ausgerichtet. „Es handelt sich um lange Prozesse", sagt sie. So gut wie sicher sei derzeit lediglich die Erschließung des Baugebiets Grunewaldstraße, über das seit fast 30 Jahren geredet wird. Wie Siedlungsflächen erschlossen und Straßen oder Fahrradwege entstehen können, wo die Stadtbahn lang fahren könnte – über diese Fragen wollen Planer und Politiker mit Bürgern sprechen. Moss und Viehmeister stellen aber trotz „absolut offenem Prozess" zugleich klar: Um die Suche – und Erschließung – nach neuen Entwicklungsflächen kommt die Stadt nicht umher. „Da zeige ich klare Kante", betont Moss.

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