Dornberg In Dornberg entsteht ein Wohngebiet mit 700 Wohnungen

Bauvorhaben: Stadt stellt Bürgern Vorkonzept vor. Einige Punkte umstritten. Bezirksvertreter diskutieren Zehn-Punkte-Fragenkatalog der CDU-Fraktion. Bis 9. März können Stellungnahmen eingereicht werden

Ivonne Michel

Dornberg. Bis zu 700 neue Wohneinheiten sollen im Baugebiet Grünewaldstraße entstehen - aufgrund der Nähe zu Uni und FH ein Großteil für Studenten (die NW berichtete mehrfach). Ein erstes Vorkonzept stellte die Stadt jetzt öffentlich in der Grundschule Babenhausen vor. Geschosshöhe, Dichte, Verlauf des Grüngürtels, Bewältigung des Verkehrsaufkommens oder Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr: Die Diskussion zum geplanten Projekt zwischen Schloßhofstraße, Holbeinstraße, Dürerstraße und Cranachstraße zeigte, dass noch viele Details umstritten sind. Auch in der Bezirksvertretung stand das Thema bei der Sitzung auf der Tagesordnung. "So kann es nicht bleiben", merkte Hermann Berenbrinker (CDU) an. Auch der Beirat zur Stadtgestaltung habe sich kritisch geäußert, so Bernd Vollmer (Die Linke). Die CDU-Fraktion hat einen Zehn-Punkte-Fragenkatalog formuliert und diesen bereits am 30. November in der Sitzung vorgestellt. Abstände zwischen den Gebäuden, Anzahl der Gebäude, Park-&-Ride-Plätze und Geschosshöhen gehören zu den Punkten, die sie gerne geändert hätte. Bei dem Papier handelt es sich allerdings noch nicht um ein gemeinsames Votum der Bezirksvertretung. Es wurde bisher noch nicht diskutiert und abgestimmt. Die Fragen müssten öffentlich und nicht nur im nicht-öffentlichen "Arbeitskreis Stadtentwicklung" der Bezirksvertretung diskutiert werden, forderte Berenbrinker. Da sei ein politischer Beschluss gefordert. Peter John, frisch gewählter Bezirksbürgermeister, schlug als Kompromiss vor, die Punkte im Schnellverfahren durchzugehen, um zumindest ein erstes Meinungsbild aus der Bezirksvertretung zu bekommen. Bis zur kommenden Sitzung solle versucht werden, gemeinsam einen entsprechenden Antrag zu formulieren. Die Forderungen, einen Park-&-Ride-Platz an der zukünftigen Endstation der Linie 4 einzurichten, ein Verkehrskonzept zur Erschließung des Areals zu entwickeln und einen Supermarkt in der Nachbarschaft einzuplanen, fand breite Zustimmung. Die bisher nördlich der Cranachstraße geplanten vier Häuser zu streichen, erachtet nur die CDU-Fraktion für sinnvoll. Ebenso stimmte nur ihre Fraktion bei der Kurzumfrage dafür, die gesamte Planung zu überarbeiten, um eine aufgelockerte Bebauung zu erzielen. Dass eine Kita eingeplant werden soll, steht für alle außer Frage. Auf einen favorisierten Standort dafür konnten sich die Bezirksvertreter aber noch nicht einigen. Die Stadt habe einen Teil der Punkte bereits aufgenommen und wolle prüfen, inwieweit sie bei der weiteren Entwurfsplanung mitberücksichtigt werden können, sagte Nicole Mittmann vom Bauamt. Das gelte ebenso für die Anregungen und Anmerkungen, die die Bürger bei der Veranstaltung in der Grundschule Babenhausen geäußert hätten. Ziel sei es, die Anwohner frühzeitig miteinzubeziehen. Vorgesehen sind im Baugebiet Grünewaldstraße zwei- bis viergeschossige Baukörper, die block- oder punktartig konzipiert sind. Nur entlang der zukünftigen Stadtbahn bis zur Kreuzung Dürerstraße/Schloßhofstraße ist ein riegelartiger Bau vorgesehen. Damit sich die Bauten den Nachbarschaftshäusern anpassen, wird auf "Abtreppung" von Gebäudehöhen und Staffelgeschosse gesetzt. Ziel ist ein "harmonisches Siedlungs- und Straßenbild". Von den rund 700 verschiedenartigen Wohneinheiten sollen 420 - also etwa 60 Prozent - für Studenten reserviert sein. Im restlichen Geschosswohnungsbau mit seinen 280 Einheiten sind 70 für die öffentliche Förderung eingeplant, damit ärmere Interessenten die Wohnungen mieten können. Damit orientieren sich die Planer an der städtischen 25-Prozent-Quote. Entwickelt wird das Baugebiet vom Bielefelder Projektentwickler "Borchard Group". Mit dabei ist außerdem die "Bautra GmbH". Als Architekt wurde Frank Stopfel engagiert. Wie aus der öffentlichen Bekanntmachung ersichtlich ist, können bis Freitag, 9. März, schriftliche Stellungnahmen zum Bauvorhaben an der Grünewaldstraße abgegeben werden. "Detaillierte Informationen und eine Vorlage für die Abgabe gibt es bei auf unseren Internetseiten", ergänzt Mittmann vom Bauamt.

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