Optimistisch: Pfarrer Volker Tosberg (l.) und Finanzkirchmeister Gerhard Ebmeyer möchten das markante Gebäude aus den 1970er Jahren für die Gemeinde erhalten. - © Sylvia Tetmeyer
Optimistisch: Pfarrer Volker Tosberg (l.) und Finanzkirchmeister Gerhard Ebmeyer möchten das markante Gebäude aus den 1970er Jahren für die Gemeinde erhalten. | © Sylvia Tetmeyer

Bielefeld Eine weitere Bielefelder Kirche steht auf der Kippe

Arche-Noah-Kirche: Am Donnerstag werden den Gemeindemitgliedern in Schröttinghausen Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vorgestellt - und die Überlegungen des Presbyteriums dazu

Sylvia Tetmeyer

Bielefeld-Schröttinghausen. "Wir geben die Kirche nicht auf", betont Volker Tosberg. Trotz aller Schwierigkeiten glaubt der Pfarrer, dass "wieder andere Zeiten" kommen werden. Vor allen Dingen will die evangelische Gemeinde mehr Menschen gewinnen, die sich mit ihren Ideen einbringen. "Die Zahl der Mitglieder ist auch bei uns zurückgegangen", sagt Finanzkirchmeister Gerhard Ebmeyer. Zudem sei das Dach der Arche-Noah-Kirche sanierungsbedürftig. Vor einem Jahr habe das Presbyterium deshalb eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. "Wie machen wir weiter?" lautet die Frage. Die Ergebnisse sollen am Donnerstag, 1. Februar, während einer Gemeindeversammlung ab 19 Uhr vorgestellt werden. Seitdem Arche Noah eine "pfarrdienstliche Gemeinschaft" mit Babenhausen und Hoberge-Uerentrup bildet, betreuen Pfarrerin Barbara Zöckler - zurzeit Vorsitzende des Presbyteriums - und Pfarrer Volker Tosberg jeweils zwei Gemeinden. "Das sind 25 Prozent meiner Stelle", berichtet Tosberg. Anders als bei einer Fusion seien alle Gemeinden selbstständig, haben eigene Presbyterien, Konfirmandengruppen und Gebäude. "Die Aufgabenfülle ist für uns gewachsen", sagt der Seelsorger. Trotzdem gebe es auch Kooperationen in vielen Bereichen. "Seit Anfang dieses Jahres sind wir dem Neuen Kirchlichen Finanzmanagement unterworfen", erläutert Ebmeyer. Das NKF sehe beispielsweise vor, dass die Gemeinde Geld für die Bauunterhaltung zurücklege. "Enthalten sind in den Zahlen aber noch nicht die Kosten für Reinigung, Energie und Personal", erläutert Tosberg. Da die Kirche keinen Profit mache, habe sie auch keine Abschreibungsmöglichkeiten, wie beispielsweise ein Unternehmen. Mit dem neuen statischen Buchungssystem werde die Gemeinde aber wie ein Unternehmen behandelt. Finanziell sei dies eine "schwierige Situation". Eine Umstrukturierung innerhalb des Gebäudekomplexes hält der Finanzkirchmeister nicht für machbar. So müssten bei einer Umwidmung alle Versorgungssysteme umgestellt werden. Zwar sei das Gebäude für den heutigen Bedarf zu groß, Ziel sei jedoch, es in der heutigen Form zu erhalten. "Wir brauchen nicht so viel Raum. Eine halbe Arche würde auch reichen", sagt Ebmeyer. Dennoch habe die Gemeinde genügend Rücklagen, um nötige Reparaturen durchführen zu können. Das Presbyterium sei dankbar, dass es von zwei Pfarrern unterstützt werde, auch wenn die Voraussetzungen ungünstig seien. "Wir haben zurzeit etwa zwölf Vermietungen im Jahr", berichtet Volker Tosberg, der sich freuen würde, wenn die Zahl in Zukunft steigt. In erster Linie möchte der Seelsorger jedoch mehr Menschen überzeugen, "einen Weg zum Glauben zu finden". Neben der inhaltlichen Unterstützung setzt der Pfarrer bei den kommenden Aufgaben auch auf tatkräftige und finanzielle Hilfen. "Wir halten fröhlich am bisherigen Weg fest", versichert Tosberg.

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