Die Handelskette Combi, früher unter dem Namen "Jibi" und in Bielefelder Hand, ist mittlerweile Teil der Bünting-Unternehmensgruppe mit Sitz in Leer. - © Marion Pokorra-Brockschmidt
Die Handelskette Combi, früher unter dem Namen "Jibi" und in Bielefelder Hand, ist mittlerweile Teil der Bünting-Unternehmensgruppe mit Sitz in Leer. | © Marion Pokorra-Brockschmidt

Dornberg Streitfall: Einem Combi-Supermarkt droht jetzt die Schließung

Bezirksvertretung Dornberg: Uneinigkeit um Neubau-Ansinnen südlich der Dornberger Straße. CDU-Antrag scheitert am Veto der anderen. Schließung droht, weil das jetzige Verbrauchermarktgebäude sowie der dazugehörige Parkplatz eigentlich zu klein sind für den Betrieb

Ansgar Mönter

Dornberg. Soll dem Combi-Markt in Hoberge-Uerentrup erlaubt werden, die Straßenseite zu wechseln und dafür neu zu bauen auf der Südseite der Dornberger Straße? Eine Antwort auf diese Frage wollte die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Dornberg erhalten. Sie hat sie bekommen - allerdings eine andere als gewünscht. Der CDU-Antrag, die Planungen für einen Verbrauchermarkt-Neubau gegenüber der Hausnummer 270 zu begrüßen, scheiterte. Die anderen Bezirksvertreter stimmten nicht zu. Anwohner in Sorge Hinter dem Antrag steht die Sorge, die alle umtreibt, unabhängig von dem Votum in diesem Punkt: Irgendwann könnte der Combi-Markt im Ort wegen Platzmangels schließen. Andeutungen dieser Art gibt es schon seit längerer Zeit. Die Handelskette, früher unter dem Namen "Jibi" und in Bielefelder Hand, ist mittlerweile Teil der Bünting-Unternehmensgruppe mit Sitz in Leer. Konkrete Aussagen zur Zukunft des Verbrauchermarktes in Hoberge gab es von dort bisher aber noch nicht. Hermann Berenbrinker von der CDU begründete den Antrag damit, dass sowohl das Marktgebäude als auch der Parkplatz zu klein seien für heutige Ansprüche. Die Schließungsgefahr bestehe, deshalb müsse die Politik entscheiden, ob es alternative Standorte für einen Markt gebe. "Wir wollen Klarheit, eine Entscheidung muss her", sagte er. Schneise für Frischluft Für Paul John von den Grünen war die Sache schon klar: "Auch wir wollen Einzelhandel, aber auch Luft zum atmen", sagte er. "Auf keinen Fall" dürfe die Südseite der Dornberger Straße bebaut werden. Das freie Stück sei die Schneise für die Frischluft der Siedlung Mönkebergstraße. Man dürfe sich nicht von einem Investor unter Druck setzen lassen und zulassen, dass im Naherholungsgebiet gebaut werde. Die Warnungen des Grünen bezeichnete Norman Graeser von der CDU "übertrieben". Jörg Sensenschmidt von der SPD schloss sich der Argumentation der Grünen an, orakelte aber: "Ich möchte nicht wissen, was gesagt wird, wenn der Markt schließt." Alternativen Standort gibt es nicht +Argumente gegen die Bebauung der noch freien Seite der Dornberger Straße hin zum Teutoburger-Wald-Kamm brachte auch Bernd Vollmer (Linke) ein. "Schwierig vom Planungsrecht her" sieht er ein solches Ansinnen. Ungünstig sei zudem dann die Verkehrssituation für Fußgänger, die über die Dornberger Straße zum Markt gelangen wollen. Mit der Ablehnung des Antrags bleibt alles so wie es ist. Ein alternativer Standort für einen Verbrauchermarkt gibt es bisher nicht im Ort, und niemand weiß, ob es ihn jemals geben wird - oder ob er überhaupt jemals gebraucht werden würde. Der Combi-Markt existiert, sein Ende ist bisher nicht verkündet.

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