Treffpunkt: Jeden Mittwoch kommen auf dem Areal der Heilig-Geist-Gemeinde Helfer und geflüchtete Menschen zusammen. Osama (2.v.r.) sucht nun eine Wohnung. - © Sylvia Tetmeyer
Treffpunkt: Jeden Mittwoch kommen auf dem Areal der Heilig-Geist-Gemeinde Helfer und geflüchtete Menschen zusammen. Osama (2.v.r.) sucht nun eine Wohnung. | © Sylvia Tetmeyer

Dornberg Begegnungscafé für Flüchtlinge ist von der Caritasstiftung ausgezeichnet worden

Zwei Kirchengemeinden riefen die Anlaufstelle in Dornberg 2015 ins Leben

Sylvia Tetmeyer

Dornberg. Es ist kurz vor 17 Uhr: Beate Klasen und Karin Adam haben den Tisch im Gemeindehaus gedeckt. Nach und nach füllt sich der Raum. Stimmengewirr, fröhliches Lachen und Tellerklappern sind zu hören. Zwei Stunden lang haben nun Ehrenamtliche und Flüchtlinge Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. In den Räumen der katholischen Kirchengemeinde Heilig Geist gibt es seit März 2016 ein Begegnungscafé. Weil das ökumenische Projekt Vorbildcharakter hat, ist es mit einem Preis der Caritasstiftung ausgezeichnet worden. Während der Preisverleihung lobte Thomas Witt vom Caritasverband die Arbeit der Ehrenamtlichen: „Sie haben zahlreichen geflüchteten Menschen ein neues Zuhause geschenkt." Das Begegnungscafé ist jeden Mittwoch geöffnet. „Wir machen keine Ferien. Es ist wichtig, dass Besucher an einem Tag in der Woche einen Anlaufpunkt haben", betont Beate Klasen. Gemeinsam mit einem Kern von etwa zwölf Ehrenamtlichen betreut die Dornbergerin geflüchtete Menschen. Insgesamt zählen fast 50 Männer und Frauen zum Unterstützerkreis. Und es dürfen gerne noch mehr werden. „Wer helfen möchte, kann unverbindlich in unser Café kommen", sagt Maria Weese. Die gelernte Krankenschwester begleitet Flüchtlinge zu Arztbesuchen. „Viele sind 2015 aus Syrien gekommen", erzählt sie. Einige sprechen schon gut Deutsch und treten jetzt selber als Dolmetscher auf, wenn beispielsweise Behördengänge anstehen. Mohammad Alissa ist einer von ihnen. Der 24-jährige Syrer kam im November 2015 nach Bielefeld. An seinem Heimatort hat er französische Literatur studiert. Nun kann er sich vorstellen eine Ausbildung in der Orthopädie zu machen. „Ich trage selber eine Prothese und könnte mit dem Beruf anderen Menschen helfen", sagt der junge Mann. Osama Almahmoud (25) ist an diesem Nachmittag ein wenig aufgeregt. Am nächsten Tag kommt seine Frau Oula Darwish aus Syrien. Bislang hat er sich mit einer Matratze in der Wohnung seines Freundes begnügt. Nun wünscht er sich, dass er bald eine kleine Wohnung findet. Für den Übergang haben die Helfer und Helferinnen ein Quartier in der Kita Schröttinghausen gefunden, die Familien abwechselnd als Unterkunft dient. Beate Klasen, die beim Ausfüllen von Formularen und Behördengängen hilft, hofft ebenfalls, dass das „junge Glück" bald eine Bleibe findet. Sie ist unter Tel.: (01 51) 11 30 10 99 erreichbar. „Am Anfang haben wir uns mit Händen und Füßen verständigt", erinnert sich Karin Adam. „Wir haben noch nie negative Erfahrungen gemacht. Die Vermittlung der deutschen Kultur ist sehr wichtig", ergänzt Klasen.

realisiert durch evolver group