Familie Gans wandert stadteinwärts auf der Babenhauser Straße. - © Klaus Friedhelm Schulz
Familie Gans wandert stadteinwärts auf der Babenhauser Straße. | © Klaus Friedhelm Schulz

Bielefeld Bielefelder Gänsefamilie wandert auf gefährlichen Pfaden

Familie war auf der Babenhauser Straße stadteinwärts unterwegs

Alexandra Buck

Bielefeld. Da staunten die Autofahrer nicht schlecht: Eine Gänsefamilie wanderte am Wochenende auf der Babenhauser Straße in Richtung Bielefelder Innenstadt. Ein gefährliches Unterfangen, obwohl Familie Gans brav am Straßenrand marschierte. Doch die Tiere hatten Glück. "Alle Verkehrsteilnehmer haben super Rücksicht genommen, die Familie kam sicher über die Straße", schreibt Karl Friedhelm Schulz, der das lustige Treiben fotografierte. Vor 10 bis 15 Jahren wäre die Beobachtung noch eine ornithologische Sensation gewesen: Kanadagänse sind in unseren Breiten nicht heimisch. In den letzten Jahren haben sich die Tiere aber auch in Bielefeld etabliert. Zwei Gänsearten finden's toll in Bielefeld Die Tier- und Pflanzenwelt unterliegt einem stetigen Wandel. Einige Arten wie etwa der Pirol oder der Wiedehopf sind in Bielefeld ausgestorben, andere wandern ein, finden es toll hier und gründen eine Familie. Dazu gehören zwei auffallend hübsche Gänsearten: die Nilgans und die Kanadagans. Früher war ein Zoobesuch erforderlich, um diese Gänse zu Gesicht zu bekommen, die grauschwarze Kanadagans mit den auffallenden weißen Kopfseiten und die farbenfrohe Nilgans mit der lustigen braunen Augenpartie. 1991 noch nicht erwähnt In einem Buch des Naturwissenschaftlichen Vereins über die Vögel Bielefelds werden 1991 beide Arten nicht einmal erwähnt. Heute hingegen hat man in jeder größeren Parkanlage die Chance, die frei lebenden Vögel zu beobachten. Sie werden hier nicht bejagt und zeigen dem Menschen gegenüber wenig Scheu. Besonders am Obersee sind sie gut zu beobachten, sie lassen die Besucher auf wenige Meter an sich herankommen. Kanadagänse kommen ursprünglich aus Nordamerika. Auch sie verdanken ihre europäische Verbreitung dem Menschen, besonders in England und Skandinavien wurden sie ausgewildert. Dass einige Vögel es aber auch aus eigener Kraft bis nach Europa schaffen können, beweist eine beringte Kanadagans, die es aus den Vereinigten Staaten von Amerika bis nach Schottland verschlagen hatte.

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